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Terror in Barcelona: Was wir wissen - und was nicht

Hintergrund Terror in Barcelona: Was wir wissen - und was nicht

Die Ermittler in Spanien ordnen der mutmaßlichen Terrorzelle mehrere Vorfälle mit insgesamt 15 Toten zu.

Menschen umringen niedergelegte Blumen und Kerzen auf der Flaniermeile Las Ramblas.

Quelle: Emilio Morenatti

Barcelona. Die Ermittler in Spanien ordnen der mutmaßlichen Terrorzelle mehrere Vorfälle mit insgesamt 15 Toten zu.

WAS WIR WISSEN

FÜR WELCHE TATEN IST DIE ZELLE VERANTWORTLICH: Der Anschlag mit einem Kleintransporter auf Barcelonas Flaniermeile Las Ramblas. Auf der Flucht tötete der Fahrer des Lieferwagens einen Mann. Er sei mit dessen Auto geflüchtet, so die Behörden. Der vereitelte Angriff in der Küstenstadt Cambrils, bei dem flüchtige Verdächtige Passanten anfuhren und eine Frau ums Leben kam; sowie die Explosion in einem Wohnhaus in der Ortschaft Alcanar.

DER ANSCHLAG IN BARCELONA: Ein Lieferwagen raste am Donnerstag gegen 17.00 Uhr auf der Flaniermeile Las Ramblas im Zickzack in Menschen. Der Fahrer legte gut 550 Meter zurück und flüchtete dann zu Fuß. 13 Menschen starben.

DIE OPFER: In Barcelona und Cambrils wurden nach Behördenangaben insgesamt 15 Menschen getötet und mehr als 120 verletzt. Die Opfer stammten nach vorläufigen Angaben aus 35 Ländern.

WOHER KAMEN DIE TODESOPFER: Unter den Toten sind sechs Spanier, drei Italiener, zwei Portugiesen, eine Belgierin, ein US-Amerikaner, ein Kanadier und ein Kind mit australisch-britischer Nationalität, erklärte das katalanische Justizministerium am Montag.

DEUTSCHE OPFER: Nach Angaben des Auswärtigen Amts wurden 13 Deutsche verletzt, zwei Frauen lebensgefährlich. Eine von ihnen war in einem extrem kritischen Zustand. Andere Verletzte haben das Krankenhaus bereits verlassen.

DER TÄTER: Die Polizei erschoss am Montag den 22-jährigen Marokkaner Younes Abouyaaquoub. Es gibt laut Polizei „keinen Zweifel“, dass er der Haupttäter ist. Er soll das das Tatfahrzeug gesteuert haben.

DAS TATFAHRZEUG: War ein gemieteter weißer Lieferwagen. Ein zweiter Transporter, mit dem der oder die Attentäter womöglich hätten fliehen wollen, wurde Zeitungsberichten zufolge nahe Barcelona gefunden.

DER TOTE IM AUTO: Der Polizei zufolge erstach Abouyaaquoub auf dem Unigelände in Barcelona einen 34-jährigen Spanier. Er stahl das Auto des Mannes und flüchtete damit. Es wurde mit der Leiche des Besitzers später im Vorort Sant Just Desvern gefunden.

ANTI-TERROR-EINSATZ IN CAMBRILS: In dem Badeort südwestlich von Barcelona erschossen Einsatzkräfte fünf mutmaßliche Terroristen. Die Männer waren in einem Wagen von der Polizei kontrolliert worden. Auf der Flucht fuhren sie Passanten an, eine Frau wurde getötet. Die Männer hatten wahrscheinlich Anschläge mit Messern geplant.

EXPLOSION IN ALCANAR: In der Ortschaft in der Provinz Tarragona kamen bereits am Mittwoch bei der Explosion in einem Wohnhaus mindestens zwei Menschen ums Leben, darunter der gesuchte Imam Abdelbaki Es Satty als mutmaßlicher Kopf der Terrorzelle, wie der katalanische Polizeichef sagte. Die Gruppe hatte dort wahrscheinlich Bombenanschläge geplant. Es wurden 120 Gasflaschen gefunden.

DIE TERRORZELLE: Die Polizei geht von einer zwölfköpfigen Zelle aus. Fünf der mutmaßlichen Attentäter wurden in Cambrils getötet. Vier wurden verhaftet, zwei weitere starben wahrscheinlich bei der Explosion in Alcanar.

SELBSTBEZICHTIGUNG: Die Terrormiliz IS reklamierte die Angriffe in einer Erklärung am Samstag für sich. Von den Behörden in Spanien gab es dazu zunächst keine Äußerungen.

WAS WIR NICHT WISSEN

BEFAND SICH DAS ZENTRUM DER TERRORZELLE IN ALCANAR? Die Polizei geht davon aus, dass in dem durch eine Explosion zerstörten Gebäude Anschläge vorbereitet wurden. Es wurden die Überreste von mindestens zwei Menschen gefunden. Die Ermittlungen dauerten noch an, so die Polizei.

WAS IST DIE VERBINDUNG ZU RIPOLL? Abouyaquoub, sein Bruder und weitere Verdächtige kommen aus der Stadt rund 100 Kilometer nördlich von Barcelona. Die Polizei durchsuchte dort auch das Haus des Imams.

dpa

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