Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Tödliche Abgase: Energieversorger hatte Strom abgestellt
Nachrichten Brennpunkte Tödliche Abgase: Energieversorger hatte Strom abgestellt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
05:35 02.11.2012
Beamte der Spurensicherung tragen am 30.10.2012 in Otterstedt (Thüringen) ein Beweisstück aus einem Wohnhaus. Quelle: Martin Schutt
Anzeige
Sondershausen

Der Tod eines Vaters und seiner drei Kinder in Thüringen entpuppt sich als soziale Tragödie. Wie Polizeisprecher Thomas Soszynski am Mittwoch sagte, hatte der Energieversorger dem Mann aus Otterstedt wegen Zahlungsrückständen den Strom abgestellt.

Deshalb hatte er im Keller ein Notstromaggregat betrieben, an dessen giftigen Abgasen die vier Menschen starben. Die Leichen wurden am Dienstag zufällig entdeckt.

Die Obduktion der Toten hat nach Polizeiangaben bestätigt, dass der Mann und die Kinder sich mit Kohlenmonoxid vergifteten. Hinweise auf ein Gewaltverbrechen gebe es nicht. Daher wird weiter von einem Unfall ausgegangen. „Ein Tötungsdelikt oder einen erweiterten Suizid können wir derzeit weitgehend ausschließen“, sagte Staatsanwalt Dirk Germerodt. Weitere Ergebnisse der Obduktion würden erst am Donnerstag vorliegen, hieß es seitens der Polizei.

Nach Angaben Soszynskis gehörten insgesamt sieben zumeist schon erwachsene Kinder zu der Familie. Die ums Leben gekommenen Jugendlichen im Alter von 13, 14 und 15 Jahren lebten demnach im Heim und waren in den Herbstferien nur zu Besuch bei ihrem Vater. Der Mann soll getrennt von der Mutter der Kinder allein in dem Haus in Otterstedt gewohnt haben.

Warum die Kinder mehrere Tage bei ihm verbringen durften, obwohl es in dem Haus keinen regulären Strom gab, konnte die Polizei nicht sagen. Laut einem Bericht der „Thüringer Allgemeinen“ (Mittwoch) wurde die Familie von einer Sozialarbeiterin des Jugendamtes betreut. Im Landratsamt des Kyffhäuserkreises war dazu am Mittwoch wegen des Feiertages niemand zu erreichen.

Alarm geschlagen hatte am Dienstag ein neunjähriges Mädchen. Es hatte einen Passanten darauf aufmerksam gemacht, dass in dem Haus etwas nicht stimme. Der Mann sah nach, entdeckte die Leichen und alarmierte die Polizei. Den Angaben zufolge waren die Abgase des Notstromaggregats im Keller nicht richtig abgeleitet worden, so dass sie die Luft im Haus vergifteten.

In Deutschland hat es in den vergangenen Jahren immer wieder Familiendramen durch den unsachgemäßem Umgang mit Geräten in Wohnungen und Häusern gegeben. Wegen unsachgemäßen Umgangs mit einem Notstromaggregat starben erst Mitte Oktober ein Vater und Sohn in Gunningen in Baden-Württemberg. Im niedersächsischen Baddeckenstedt war einem Ehepaar 2008 wegen unbezahlter Rechnungen der Strom abgestellt worden. Ein Notstromaggregat sollte Abhilfe schaffen, seine Gase töteten das Paar.

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Jörg Kachelmann und seine Ex-Geliebte bleiben im Streit um Schadenersatz für den Wettermoderator beide hart. Eine Güteverhandlung scheiterte am Mittwoch vor dem Landgericht Frankfurt.

02.11.2012

Der verheerende Wirbelsturm „Sandy“ an der Ostküste der USA wird häufig mit dem Katastrophen-Hurrikan „Katrina“ im Jahr 2005 verglichen.

02.11.2012

Voriges Jahr kurz vorher ein Schneesturm, dieses Jahr „Sandy“ - na und? In New York sind auch die Veranstalter des Marathons hart im Nehmen und wollen den bedeutendsten Stadtmarathon ...

02.11.2012
Anzeige