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Brennpunkte Tote bei Angriff auf israelische Botschaft in Jordanien
Nachrichten Brennpunkte Tote bei Angriff auf israelische Botschaft in Jordanien
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14:22 24.07.2017
Sicherheitskräfte nahe der israelischen Botschaft in Amman, Jordanien. Quelle: Omar Akour
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Amman/Jerusalem

Ein tödlicher Zwischenfall auf dem Gelände der israelischen Botschaft in Amman belastet die Beziehungen zwischen Israel und Jordanien. Ein jordanischer Arbeiter griff einen israelischen Wachmann mit einem Schraubenzieher an und verletzte ihn leicht.

Das teilte das Außenministerium in Jerusalem mit. Der Israeli habe daraufhin in Selbstverteidigung den Angreifer erschossen und auch den unbeteiligten jordanischen Vermieter versehentlich tödlich verletzt.

Die israelische Zeitung „Haaretz“ schrieb, der Vorfall am Sonntag habe eine diplomatische Krise mit Jordanien ausgelöst. Das haschemitische Königreich wolle den Wachmann zu dem Vorfall befragen und verbiete ihm die Ausreise. Israel lehnt dies jedoch ab und beruft sich auf das Wiener Übereinkommen, das Diplomaten Immunität gewähre.

Israel bemüht sich nach Angaben des Regierungschefs Benjamin Netanjahu um eine rasche Lösung der Krise in den Beziehungen zu Jordanien. „Wir sind in ständigem Kontakt mit Repräsentanten der Sicherheit und Regierung in Amman, um die Angelegenheit möglichst schnell zu beenden“, sagte Netanjahu in Jerusalem.

Die private jordanische Zeitung Al-Ghad berichtete unter Berufung auf zwei Sicherheitsquellen, der Wachmann halte sich noch immer in der Botschaft auf. Es sei ihm aufgrund der mutmaßlichen Tötung von zwei Jordaniern verboten, dass Land zu verlassen. Israel habe eine erste Befragung nach der Tat nicht zugelassen. Nach Angaben der Zeitung wird Jordanien die Auslieferung des Mannes beantragen. Falls dies nicht gestattet werde, würde man „diplomatische Maßnahmen“ ergreifen.

Netanjahu sagte, er habe dem Wachmann bei einem Telefonat zugesagt, „dass wir ihn heimbringen werden, wir haben dabei schon Erfahrung“.

Jordanien, mit dem Israel 1994 Frieden geschlossen hatte, ist Hüter der islamischen Stätten in Jerusalem, darunter auch der Tempelberg, um den es zuletzt zu einem Streit mit blutigen Unruhen gekommen war.

dpa

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