Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Trauer in Großbritannien nach Mord an Labour-Abgeordneter
Nachrichten Brennpunkte Trauer in Großbritannien nach Mord an Labour-Abgeordneter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:10 17.06.2016
Anzeige
London

Nach der Ermordung der britischen Abgeordneten Jo Cox konzentriert sich die Arbeit der Ermittler auf die Motive des Täters. Der festgenommene Tatverdächtige werde von der Polizei weiter intensiv vernommen, berichtete der Sender BBC.

Die Labour-Abgeordnete Cox war für den Verbleib Großbritanniens in der EU eingetreten. Wenige Tage vor der Volksabstimmung über einen Brexit steht daher die Frage im Mittelpunkt, ob die Bluttat in Zusammenhang mit dem aufgeheizten Wahlkampf steht. Ein Bruder des mutmaßlichen Attentäters äußerte allerdings Zweifel an einer politischen Motivation hinter dem Verbrechen.

Unklar war, wann die Politiker ihre unterbrochene Kampagne zum EU-Referendum am 23. Juni wieder aufnehmen. Auch die möglichen Auswirkungen der Bluttat auf den Ausgang des Votums sind noch völlig ungeklärt.

Die Zeitung „The Telegraph“ zitierte den Bruder des 52-jährigen Tatverdächtigen in ihrer Online-Ausgabe mit den Worten, sein Bruder habe eine „Geschichte psychischer Krankheiten, allerdings hatte er Hilfe gehabt“. Er fügte hinzu: „Mein Bruder ist nicht gewalttätig und ist überhaupt nicht politisch.“

Die 41-jährige Abgeordnete war am Donnerstag in der nordenglischen Grafschaft Yorkshire auf offener Straße niedergestochen und niedergeschossen worden. Sie starb nur Stunden später im Krankenhaus. Politiker aller Parteien äußerten sich schockiert.

Britischen Medienberichten berichteten unter Berufung auf Augenzeugen, der Täter habe „Britain first“ gerufen haben, als er festgenommen wurde. Eine offizielle Bestätigung gab es dafür nicht. Das bedeutet „Großbritannien zuerst“, ist aber auch der Name einer rechtsradikalen Partei.  

„Das sind absolut tragische und schreckliche Nachrichten“, sagte Premierminister David Cameron in einer Erklärung. Im ganzen Land wurden Mahnwachen abgehalten, Fahnen auf Halbmast gesetzt.

Cox hatte sich für einen Verbleib ihres Landes in der EU stark gemacht. Sie galt zudem als Verfechterin einer liberalen Flüchtlingspolitik. Wiederholt hatte sie sich für die Aufnahme von Bürgerkriegsopfern aus Syrien eingesetzt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sprach von einem „tragischen Vorfall“. Das US-Außenministerium zeigte sich „geschockt und entsetzt“.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Grünen sehen in dem tödlichen Angriff auf Jo Cox eine Mahnung, sich gegen Radikalisierung zu engagieren.

17.06.2016

Haleakala (dpa) – Astronomen haben einen kleinen Asteroiden entdeckt, der die Erde bei ihrem Weg um die Sonne begleitet.

17.06.2016

Der Krieg gegen den Terror im Nahen Osten ist das eine. Barack Obama will dem Terror in den USA aber auch mit neuen Waffengesetzen bekämpfen: Wer keine Waffen kaufen kann, kann keine Unschuldigen umbringen.

17.06.2016
Anzeige