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Brennpunkte Trend zur Kinderlosigkeit vorerst gestoppt
Nachrichten Brennpunkte Trend zur Kinderlosigkeit vorerst gestoppt
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13:42 26.07.2017
Im neuen Mikrozensus wurden zum dritten Mal seit 2008 Frauen zur Geburt befragt. Quelle: Patrick Pleul
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Berlin (dpa) -Der langjährige Trend zur Kinderlosigkeit in Deutschland ist offenkundig gestoppt. Etwa jede fünfte Frau bleibt nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes „endgültig kinderlos“.

Das ist eine Quote, die sich seit einigen Jahren stabilisiert hat, wie die Wiesbadener Behörde heute mitteilte. Gleichzeitig steigt die Zahl der Geburten leicht an. Erstmals seit 1982 erreichte die Geburtenziffer 2015 wieder den Wert von 1,5 Kindern je Frau.

Dazu habe „nicht zuletzt die Verbesserung der Bedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie, vor allem durch den Ausbau der Kinderbetreuung, beigetragen“, sagte der Vizepräsident des Bundesamts, Georg Thiel, in Berlin. Er sprach von „fragilen Zahlen“. Der demografische Wandel sei damit nicht aufgehoben.

Lange Zeit hatte sich die endgültige Kinderlosigkeit in Deutschland stetig vergrößert - von 11 Prozent bei den 1937 geborenen Frauen bis 21 Prozent beim Jahrgang 1967. „Bei den akademisch gebildeten Frauen ist die Kinderlosigkeit in den letzten Jahren sogar zurückgegangen“, sagte Thiel weiter. So war unter den 40- bis 44-jährigen Akademikerinnen der Anteil der Kinderlosen im Vorjahr mit 25 Prozent um drei Prozentpunkte geringer als 2012.

Die Erwerbstätigkeit von Frauen mit Kleinkindern nahm in den vergangenen acht Jahren zu: Heute gehen 44 Prozent der Mütter mit Kindern im Alter von einem Jahr arbeiten. 2008 waren es noch 36 Prozent gewesen. Ist das jüngste Kind zwei Jahre alt, geht mit einem Anteil von 58 Prozent mehr als die Hälfte der Mütter einer Erwerbsarbeit nach (2008: 46 Prozent).

Für die Grünen warnte die familienpolitische Sprecherin Franziska Brantner vor Euphorie. „Die Zahlen sind erfreulich, doch darf sich die Bundesregierung nicht darauf ausruhen.“ Der Ausbau der Kinderbetreuung müsse weiter vorangetrieben wird. Die dafür zuletzt bewilligten Mittel von 1,2 Milliarden Euro für 100 000 zusätzliche Plätze reichten nicht aus. Notwendig seien bis 2020 weitere 350 000 Plätze.

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