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Triumph in Kalifornien: Hillary Clinton ist durch

Washington Triumph in Kalifornien: Hillary Clinton ist durch

Hillary Clinton und Donald Trump sind endgültig auf dem Weg zur Präsidentschaftskandidatur. Clinton feierte zum großen Vorwahlfinale noch einmal wichtige Siege. Und Trump gab sich versöhnlich.

Hillary Clinton bei einer Wahlkampfveranstaltung im Brooklyn Navy Yard in Brooklyn, New York. 

Quelle: Peter Foley

Washington. Nach weiteren klaren Vorwahlsiegen führt Hillary Clinton als erste Frau die US-Demokraten in den Wahlkampf um das Weiße Haus. Die frühere Außenministerin gewann in New Jersey, New Mexico, South Dakota und im größten Bundesstaat Kalifornien.

Ihr innerparteilicher Rivale Bernie Sanders entschied die Abstimmungen in Montana und North Dakota für sich.

Bei den Republikanern war der New Yorker Milliardär Donald Trump in den fünf letzten Vorwahlen als einziger Kandidat übrig geblieben. Der umstrittene politische Quereinsteiger überschritt am Dienstag endgültig die Nominierungsschwelle von 1237 Delegierten.

Clinton vereint nun nach Ende fast aller Vorwahlen eine Mehrheit der demokratischen Delegierten auf sich. Sie braucht für die Nominierung auf dem Parteitag im Juli zusätzlich die Stimmen einiger von der Basis unabhängiger Delegierter („Super-Delegierte“), von denen ihr aber bereits Hunderte ihre Zustimmung zugesichert haben.

Die frühere First Lady erklärte sich in New York zur Siegerin. Strahlend und ganz in Weiß gewandet rief sie: „Es ist das erste Mal in der Geschichte unseres Landes, dass eine Frau die Kandidatin einer großen Partei sein wird. Wir haben einen Meilenstein erreicht.“

Ihr Kontrahent Bernie Sanders gibt dennoch nicht auf. Er wolle für einen Sieg bei der allerletzten Vorwahl in der Hauptstadt Washington DC kämpfen und beim Parteitag in Philadelphia für seine Idee werben. Es sei eine Bewegung in Gang gesetzt worden, sagte der Parteilinke.

US-Präsident Barack Obama gratulierte Clinton zu ihrem Sieg und ihrem „historischen Wahlkampf“. Er dankte aber auch Vermonts Senator Sanders für einen Wahlkampf, der Millionen Amerikaner elektrisiert habe. Obamas Sprecher erklärte, der Präsident werde Sanders am Donnerstag im Weißen Haus treffen.

Trump rief die Republikaner eindringlich zur Geschlossenheit auf. „Sie geben mir die Ehre, die Partei zu führen“, sagte er bei New York. „Wir schließen nun ein Kapitel der Geschichte und beginnen ein anderes.“

Der Immobilienunternehmer präsentierte sich betont staatsmännisch und zurückhaltend, integrativ und positiv. „Ich werde Euch stolz auf Eure Partei und die Bewegung machen“ sagte Trump. Er danke jedem einzelnen Wähler. „Und denen, die jemand anders gewählt haben, sage ich: Ich werde mich sehr, sehr anstrengen, um Eure Unterstützung zu gewinnen.“

Trump wurde auch am Wahltag selbst noch aus dem Establishment für seine Positionen und Haltungen kritisiert. „Ich bevorzuge immer den Frieden“, sagte Trump, „ich beziehe immer alle Parteien ein, und ich werde immer alle miteinbeziehen.“

Scharf griff Trump Clinton an. „Die Clintons haben die Kunst der Bereicherung in eine eigene Kunstform verwandelt“, sagte er und bezog damit auch Clintons Mann, den ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton, mit ein. Mit der Nutzung eines privaten Servers für ihre E-Mails habe Hillary Clinton als Außenministerin die Sicherheit des ganzen Landes gefährdet. „Das letzte, was wir brauchen, ist Clinton im Weißen Haus oder eine Fortsetzung des Obama-Desasters“, sagte Trump.

Direkt wandte sich Trump an die Sanders-Anhänger: „Wir heißen Euch mit offenen Armen willkommen!“

„Es geht nicht um Republikaner oder Demokraten“, sagte Trump. „Es geht nicht um Spezialinteressen. Es geht um das amerikanische Volk.“ Er wolle sich um die Afroamerikaner kümmern, denen so lange Unrecht zugefügt worden sei, und um die maroden und verkommenen Innenstädte. Trump sagte: „Ihr seht hier keinen Politiker kämpfen, sondern mich. Ich werde Amerikas Champion sein.“

Clinton warf in ihrer Siegesrede in New York Trump vor, die Amerikaner gegeneinander aufbringen zu wollen. „Trump ist charakterlich nicht geeignet, Präsident zu sein“, sagte sie. „Er will gewinnen, indem er Angst schürt und Salz in Wunden reibt und uns täglich daran erinnert, wie toll er ist.“

Sanders hatte eine bemerkenswert schlechte Wahlnacht. Ihm waren bis zu vier Siege zugetraut worden. Besonders schmerzen dürfte ihn das Ergebnis in Kalifornien, wo er massive Ressourcen in den Wahlkampf gesteckt hatte.

dpa

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