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Trump beharrt auf „Feuer-und-Wut“-Äußerung

Eskalation mit Nordkorea Trump beharrt auf „Feuer-und-Wut“-Äußerung

Der US-Präsident nimmt seine „Feuer und Wut“-Drohung nicht zurück, im Gegenteil. Nordkorea solle sich zusammenreißen, andernfalls werde es sein blaues Wunder erleben, sagt Trump. Aber: Auch an Verhandlungen müsse man immer denken.

Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un auf einer Veranstaltung des Zentralkomitees der Arbeiterpartei.

Quelle: Rodong Sinmun/yonhap/rodong Sinmun/archiv

Seoul/Washington. US-Präsident Donald Trump beharrt auf seiner „Feuer-und-Wut“-Drohung an die Adresse Nordkoreas. Möglicherweise sei sie sogar nicht scharf genug gewesen, sagte Trump am Donnerstag in seinem Urlaubsdomizil in Bedminster (New Jersey).

Es sei an der Zeit gewesen, dass jemand für die Amerikaner und die Menschen anderer Nationen aufstehe. Was Nordkorea über lange Zeit getan habe, sei eine Tragödie und könne nicht länger zugelassen werden.

Nordkorea sollte „sehr, sehr nervös“ sein, wenn es auch nur an einen Angriff auf die USA denke, sagte Trump. Das kommunistisch regierte Land solle sich lieber zusammenreißen, andernfalls sei es in Schwierigkeiten, wie sie nur wenige Länder erlebt hätten und von denen niemand gedacht habe, dass sie möglich seien. Er wisse das Militär zu 100 Prozent hinter sich, sagte Trump.

Trump fügte allerdings auch hinzu, die USA müssten Verhandlungen jederzeit erwägen. Der US-Präsident zweifelte an, dass die jüngst ausgesprochenen UN-Sanktionen den erwünschten Effekt haben würden. Trump sagte, er glaube, dass China in dem Konflikt deutlich mehr tun und den Druck auf Nordkorea erhöhen werde.

Gefragt, was die USA noch mehr tun könnten als „Feuer und Wut“, sagte Trump: „Wir werden sehen.“ Ohne Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un beim Namen zu nennen, sagte Trump: „Er hat die Welt lange genug herumgeschubst.“ Gefragt, ob er an einen so genannten Präventivschlag denke, sagte Trump: „Darüber reden wir nicht. Ich mache das nie.“

Nordkoreas Militärführung hatte demonstrativ unbeeindruckt und mit Spott auf die jüngsten Drohungen Trumps reagiert. „Sachlicher Dialog ist mit so einem Typen bar jeder Vernunft nicht möglich, nur mit absoluter Stärke ist ihm beizukommen“, hieß es in einer Stellungnahme der Streitkräfte nach Angaben der nordkoreanischen Staatsagentur KCNA.

Weiter heißt es dort, Trump verkenne offensichtlich den Ernst der Lage und der jüngsten Warnungen aus Pjöngjang. Dem nordkoreanischen Militär gehe das „ziemlich auf die Nerven“.

Südkoreas Streitkräfte erklärten, sollte das kommunistische Nachbarland seine „Provokationen“ nicht unterlassen, werde es „die harte und resolute Vergeltung der Alliierten“ zu spüren bekommen.

Chinas amtliche Nachrichtenagentur Xinhua kritisierte den verbalen Schlagabtausch scharf. In einem Kommentar hieß es, ohne eine Rückkehr zur Vernunft werde alles noch schlimmer. Nordkorea sollte sein Atom- und Raketenprogramm einstellen, die USA und Südkorea ihre Militärmanöver aussetzen, um an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Auch Japans Regierung rief zur Mäßigung auf, richtete ihren Appell aber ausschließlich an Pjöngjang.

Zuvor hatte Trump Nordkorea offen wie noch kein US-Präsident militärisch gedroht: „Nordkorea sollte besser keine weiteren Drohungen gegen die USA ausstoßen. Ihnen wird mit Feuer und Wut begegnet werden, wie es die Welt niemals zuvor gesehen hat.“

Nordkorea drohte gleichwohl, Mittelstreckenraketen in Richtung auf Guam abzufeuern. Man werde bis Mitte August Pläne fertigstellen, nach denen vier Raketen über Japan fliegen und etwa 30 bis 40 Kilometer vor Guam ins Meer stürzen sollen. Sobald die Pläne fertig seien, werde Präsident Kim Jong Un über das weitere Vorgehen entscheiden.

Auf der von 160 000 Menschen bewohnten US-Pazifikinsel befindet sich ein strategisch wichtiger Stützpunkt des amerikanischen Militärs. Gouverneur Eddie Baza Calvo schloss in einer Videobotschaft eine akute Bedrohung aus. Die Insel sei aber auf alles vorbereitet.

Zur atomaren Bewaffnung der USA hatte Trump getwittert: „Mein erster Befehl als Präsident war, das nukleare Arsenal zu erneuern und zu modernisieren. Jetzt ist es weit stärker und kraftvoller als jemals zuvor.“ Die „Washington Post“ und zahlreiche US-Militärexperten wiesen allerdings darauf hin, dass eine Modernisierung des Arsenals binnen sechs Monaten schlicht unmöglich sei.

Seine weltweit beachteten „Feuer und Wut“-Äußerungen hat Trump nach Informationen der „New York Times“ nicht vorher mit seinem Stab oder Alliierten abgesprochen, sondern improvisiert.

Nordkorea hatte trotz Verboten des UN-Sicherheitsrates und Warnungen aus dem Ausland am 28. Juli eine Interkontinentalrakete getestet. Diese hatte nach Berechnungen von Experten eine theoretische Reichweite von rund 10 000 Kilometern. Nordkoreas Staatschef Kim sagte nach dem Test, das Festland der USA sei jetzt in Reichweite. Als Reaktion auf den Raketentest verhängte der UN-Sicherheitsrat die bislang schärfsten Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea.

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen warf Nordkorea völkerrechtswidriges Verhalten vor und zeigte Verständnis für Trump.

Internationale Kommentatoren sehen eher taktische Manöver hinter den verbalen Attacken. Eine militärische Eskalation halten viele internationale Medien aber eher für unwahrscheinlich.

An der deutschen Börse ließ die Krise den Leitindex Dax weiter absacken.

Sogenannte THAAD-Raketen sollen feindliche Kurz- und Mittelstreckenraketen abfangen. Sie tragen keinen Sprengkopf, sondern zerstören die Rakete durch direkten Aufprall. Dies kann innerhalb wie oberhalb der Erdatmosphäre bis in 150 Kilometer Höhe geschehen. Den ersten das ganze System umfassenden Testflug gab es 2006. THAAD steht für „Terminal High Altitude Area Defense“.

Die 6,17 Meter langen Raketen werden von Lastwagen aus abgefeuert und sind daher sehr mobil. Zu einer THAAD-Batterie gehören neun Raketenwerfer auf Lkw mit jeweils acht Abfangraketen. Dazu kommen ein mobiles Radarsystem und eine mobile Feuerleitstelle. THAAD bietet - zum Beispiel über einer Stadt - einen hohen Schutzschild. Darunter können Raketensysteme wie die auch von der Bundeswehr eingesetzte Patriot einen weiteren Schild legen.

dpa

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