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Trump droht China nach nordkoreanischem Raketentest

Manöver mit Südkorea Trump droht China nach nordkoreanischem Raketentest

US-Präsident Trump geht mit China hart ins Gericht. Der Vorwurf: Peking tue nichts gegen das Raketenprogramm Nordkoreas. Die USA, aber auch ihre Verbündeten Südkorea und Japan sehen die Fortschritte in der Raketentechnologie mit Sorge und reagieren.

Ein amerikanisches B-1-Kampfflugzeug (oben) und eine südkoreanische F-15K fliegen während eines gemeinsamen Manövers über der Osan Air Base in Pyeongtaek.

Quelle: Südkoreanisches Verteidigungsministerium/ap

Seoul/Washington. US-Präsident Donald Trump hat China nach dem jüngsten Raketentest seines Verbündeten Nordkorea mit deutlichen Worten gewarnt.

„Ich bin sehr enttäuscht von China“, schrieb Trump im Kurznachrichtendienst Twitter. China erziele jährlich Hunderte Milliarden Dollar im Handel mit den USA, würde aber im Fall Nordkorea nichts für sein Land tun - außer zu reden. „Wir werden das nicht länger zulassen, China könnte das Problem leicht lösen“, twitterte Trump.

Die USA und Südkorea reagierten auf den nordkoreanischen Raketentest vom Freitag mit einem gemeinsamen Manöver. Dabei seien Raketen ins Meer vor der südkoreanischen Ostküste gefeuert worden, teilte die US-Armee in Südkorea mit. Zudem ließen die USA zwei Überschall-Langstreckenbomber vom Typ B-1B die zwischen Nord- und Südkorea geteilte Halbinsel überfliegen, wie das US-Pazifikkommando mitteilte. Die USA hätten eine Verpflichtung gegenüber ihren Verbündeten - Südkorea und Japan - und müssten sich auf den schlimmsten Fall vorbereiten.

Nordkorea hatte am Freitag zum zweitem Mal binnen eines Monats entgegen aller Verbote und Warnungen eine Interkontinentalrakete abgefeuert. Die nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA zitierte am Samstag Machthaber Kim Jong Un mit den Worten, das gesamte Festland der USA sei jetzt in Reichweite Nordkoreas. Nach Berechnungen von Raketenexperten hätte die Rakete vom Typ Hwasong-14 theoretisch eine Reichweite von rund 10 000 km. Sie könnte demnach US-Städte wie Los Angeles, Denver oder Chicago treffen.

US-Außenminister Rex Tillerson sieht außer China auch Russland in der Pflicht, das militärische und nukleare Aufrüsten Nordkoreas zu stoppen. Beide Länder ermöglichten es Nordkorea, diese Programme zu entwickeln, deshalb hätten sie auch eine besonders Verantwortung für die wachsende Gefahr in der Region, hieß es in einer Erklärung vom Samstag. Die USA würde niemals ein mit Atomwaffen ausgerüstetes Nordkorea akzeptieren oder ihre Verpflichtungen gegenüber den Verbündeten in der Region aufgeben, so Tillerson.

Der deutsche Außenminister Sigmar Gabriel (SPD) verurteilte den Raketentest, mit dem Nordkorea erneut gegen UN-Sanktionen verstieß, aufs Schärfste. „Die internationale Gemeinschaft muss hierauf eine gemeinsame, deutliche Antwort geben, mit dem Ziel, Nordkorea zur Aufgabe seiner illegalen und gefährlichen Raketenstarts und Atomtests und zur Befolgung der einschlägigen Sicherheitsratsresolutionen zu bringen“, sagte er.

Ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums sagte am Samstag, Peking sei gegen weitere Raketentests. Er rief alle Seiten auf, „bedacht“ zu handeln, um die Spannungen auf der Halbinsel nicht noch zu schüren. Dies ist eine Wiederholung der chinesischen Position.

Nordkorea-Experten glauben, dass China einen Zusammenbruch des armen und international weitgehend isolierten Nordkoreas als unmittelbare Gefahr befürchtet und deshalb zurückhaltend reagiert. Peking habe Sorge, dass Millionen Nordkoreaner nach China fliehen könnten, schrieb die australische Tageszeitung „The Sydney Morning Herald“.

Nordkorea testete seine Interkontinentalrakete nur Stunden, nachdem Japan zusätzliche Sanktionen wegen des vorherigen Raketentests am 4. Juli verhängt hatte. Auch die USA wollen die Sanktionsschraube weiter anziehen. Neue Strafmaßnahmen zielen unter anderem auf die Schifffahrtindustrie des Landes ab.

Südkorea will sich nach Informationen der „New York Times“ vom US-Verbündeten die Genehmigung einholen, stärkere ballistische Raketen bauen zu dürfen. Entsprechende Gespräche habe die Regierung in Seoul am Samstag angekündigt. Solche Raketen könnten ein Druckmittel gegenüber China sein, weil sie chinesisches Territorium erreichen könnten.

dpa

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