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Brennpunkte Trump droht Medien
Nachrichten Brennpunkte Trump droht Medien
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16:12 22.01.2017
Zahlreiche Menschen nehmen in Denver an der Anti-Trump-Kundgebung „Marsch der Frauen“ teil. Quelle: Michael Rieger
Washington

Zum Auftakt seiner Präsidentschaft hat Donald Trump seinen „Krieg“ gegen große US-Medien mit einem Frontalangriff verschärft.

Er warf ihnen vor, böswillig die Zahl der Zuschauer bei seiner Vereidigung als zu niedrig dargestellt und Konflikte zwischen ihm und den Geheimdiensten „erfunden“ zu haben. Trump ging sogar so weit, den von ihm kritisierten Medien mit ungenannten Konsequenzen zu drohen und ließ dafür seinen Sprecher Sean Spicer eigens vor Journalisten auftreten. Beschuldigte Medien nannten die Vorwürfe falsch und verwiesen auf Beweise, die Trumps Anschuldigungen klar widerlegen würden.

„Es wird in den Medien viel über die Verantwortung der Medien geredet, den Präsidenten rechenschaftspflichtig zu machen“, sagte Spicer am Samstag. „Und ich bin hier, um Ihnen zu sagen, dass dies keine Einbahnstraße ist. Wir werden die Medien ebenfalls rechenschaftspflichtig machen. Das amerikanische Volk hat Besseres verdient.“

Die Angriffe am ersten vollen Amtstag des Präsidenten erfolgten vor dem Hintergrund von Massendemonstrationen gegen ihn - mit Zahlen, die der „New York Times“ zufolge ebenfalls auf mehr Zulauf bei Anti-Trump Demos hinwiesen, als bei seiner Vereidigung.

Trump stieß sich unter anderem an zunächst in Tweets verbreiteten Fotos, die den Publikumsandrang bei der Vereidigung Trumps und der seines Vorgängers Barack Obama vor acht Jahren zeigen - mit einer Fläche, die im Fall Obama dicht bevölkert, bei Trump dagegen teilweise menschenleer ist. Spicer führte die Unterschiede am Samstag unter anderem auf neue weiße Flächenbedeckungen bei der Trump-Vereidigung zurück - was dazu geführt habe, dass leere Abschnitte stärker hervorgetreten seien.

Die Bilder zeigten gezielt bestimmte Ausschnitte, um die am Freitag für Trump gezeigte „enorme“ Begeisterung zu „minimieren“, sagte Spicer. Das sei „schändlich“ und „falsch“. Trump habe das „größte Publikum angezogen, das jemals Zeuge einer Vereidigung war“ - was etwa nach Angaben des Senders CNN, der „Washington Post“ und der „New York Times“ aber klar durch die Fotos und offizielle Statistiken der Washingtoner Verkehrsbehörde über die Nutzung öffentlicher Nahverkehrsmittel vor den jeweiligen Vereidigungen widerlegt wird.

Bereits zuvor hatte Trump bei einem Besuch im CIA-Hauptquartier gegen die Medien gewettert - ein ungewöhnlicher Schauplatz für derartige Attacken. Die Medien gehörten zu den „unehrlichsten menschlichen Lebenswesen auf der Erde“ sagte er und über den Zuschauerandrang bei seiner Amtseinführung: „Ich sah auf das Feld herunter - es sah aus wie eine Million, eineinhalb Millionen von Leuten“, sagte Trump. „Ehrlich, es sah aus wie eineinhalb Millionen.“

„Wir haben sie ertappt“, machte Trump seinem Ärger über Medien weiter Luft. „Und ich glaube, sie werden einen hohen Preis dafür bezahlen.“

Der Präsident hatte die CIA am Samstag offensichtlich als Geste der Versöhnung besucht, nachdem er sich wiederholt mit den Geheimdiensten angelegt hatte. So äußerte er lange Zeit hartnäckig Zweifel an der Einschätzung er Spionagebehörden, dass Moskau gezielt versucht habe, die US-Wahl zu seinen - Trumps - Gunsten zu beeinflussen. Dies Position änderte er erst kürzlich. Außerdem hatte er den Spionagebehörden noch vor wenigen Tagen im Zusammenhang mit durchgesickerten Informationen Nazi-Methoden vorgeworfen.

Am Samstag lobte er die Geheimdienste dann in höchsten Tönen („Ich stehe 1000-prozentig hinter Ihnen“) und sagte, die angeblichen Streitigkeiten habe es nie gegeben, sie seien von den Medien erfunden worden.

Das Marketingunternehmen Nielsen, das Einschaltquoten erfasst, berichtete unterdessen, dass sich 30,6 Millionen Menschen Trumps Vereidigung angeschaut hätten. Bei Obama waren es 2009 37,8 und 2013 20,6 Millionen. Trump twitterte am Sonntag dazu: „Wow..31 Millionen haben sich die Amtseinführung angeschaut, 11 Millionen mehr als die sehr guten Einschaltquoten vor vier Jahren!“

dpa

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