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US-Budgetstreit: Finanzmärkte erleichtert

New York/Frankfurt US-Budgetstreit: Finanzmärkte erleichtert

Mit Hochstimmung haben die Anleger weltweit die Möglichkeit eines nahenden Durchbruchs im US-Haushaltsstreit quittiert. Binnen Minuten schoss in Frankfurt der deutsche Leitindex Dax auf Rekordhöhe.

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Das Firmengebäude von Fitch in New York Foto: Justin Lane

New York. Mit Hochstimmung haben die Anleger weltweit die Möglichkeit eines nahenden Durchbruchs im US-Haushaltsstreit quittiert. Binnen Minuten schoss in Frankfurt der deutsche Leitindex Dax auf Rekordhöhe.

Auch an der weltgrößten Leitbörse in New York gab es am Mittwoch deutliche Kursgewinne.

Wenige Stunden vor Fristablauf für eine Erhöhung der Schuldenobergrenze gab es in Washington erste Signale, dass sich Demokraten und Republikaner auf Senatsebene geeinigt hätten. Unmittelbar danach schnellte der Dax direkt aus der Verlustzone bis auf 8861,28 Punkte. Das ist der höchsten Stand in seiner 25-jährigen Geschichte. Zum Handelsschluss stand der deutsche Leitindex mit einem Plus von 0,47 Prozent bei 8846,00 Punkten - auch das ein Rekord.

Ähnlich sah es beim Eurozonen-Leitindex EuroStoxx aus, der mit rund 3018 Punkten den höchsten Stand seit Mai 2011 erreichte. Auch der Dollar profitierte von der Nachrichtenlage mit Kursgewinnen. Im Gegenzug fiel der Euro nach anfänglichen Gewinne wieder ab und fiel zeitweise unter die Marke von 1,35 US-Dollar.

Optimismus beherrschte auch die Wall Street. Der US-Leitindex Dow Jones kletterte bis zur Halbzeit um 1,2 Prozent auf rund 15 350 Punkte, der ebenfalls stark beachtete S&P 500 kam mit einem Plus von knapp 1,2 Prozent auf 1718 Punkte seinem Bestwert nahe.

Der demokratische Mehrheitsführer im Senat, Harry Reid, sagte, die Parteien hätten sich darauf geeinigt, die Schuldengrenze des Landes rechtzeitig zu erhöhen. Auch die teilweise lahmgelegte US-Verwaltung solle durch Verabschiedung eines Übergangsbudgets wieder geöffnet werden. Der Oppositionsführer der Republikaner im Senat, Mitch McConnell, bestätigte die Vereinbarung. Wie und bis wann das Gesetz durch den Kongress gebracht werden solle, ließen die Politiker aber offen.

Am Vorabend hatte noch die Ratingagentur Fitch die Märkte verunsichert - mit der Drohung, den USA ihr Spitzenrating für die Kreditwürdigkeit zu entziehen, sollten sich die Parteien in Washington nicht einigen. Die Agentur setzte das begehrte „AAA“ oder „Triple-A“ unter Beobachtung, wie sie am Dienstagabend (Ortszeit) mitteilte. Nach Einschätzung von Fitch untergraben die US-Politiker nicht weniger als das Vertrauen in das politische System der USA und den Dollar als weltweite Reservewährung.

Noch deutlicher äußerte sich US-Starinvestor Warren Buffett, der die Nichtanhebung der Schuldengrenze als „politische Massenvernichtungswaffe“ bezeichnete, die von keiner Seite benutzt werden dürfe. Das Land könne es sich nicht leisten, dass die Leute das Vertrauen in die Zahlungsfähigkeit der USA verlören, sagte Buffett dem US-Wirtschaftssender CNBC. „Kreditwürdigkeit ist wie Jungfräulichkeit - sie kann bewahrt, aber nicht so leicht wiederhergestellt werden. Es ist also verrückt, damit herumzuspielen.“ Schon die Diskussion sei „total verantwortungslos“.

Fitch - neben Standard & Poor's und Moody's eine der drei großen Ratingagenturen - erklärte, durch die Unnachgiebigkeit der Politiker in Washington steige die Gefahr eines Zahlungsausfalls. An diesem Donnerstag (17. Oktober) wird die Schuldengrenze erreicht. Wenn sich die politischen Lager nicht auf eine Anhebung einigen, dürfen sich die Vereinigten Staaten kein frisches Geld mehr am Kapitalmarkt leihen. Das wiederum dürfte über kurz oder lang dazu führen, dass das Land seine alten Schulden nicht mehr begleichen kann.

Beim größten Fitch-Konkurrenten Standard & Poor's hatten die Vereinigten Staaten nach ähnlichen Reibereien bereits vor zwei Jahren ihr Spitzenrating verloren. Hier besitzen die USA seitdem die zweitbeste Note „AA+“. Schon damals hatte das Image der Wirtschaftssupermacht gelitten. Die Ratingagentur Moody's bewertet die Kreditwürdigkeit der USA derzeit weiter mit der Top-Note „AAA“.

Ein schlechteres Rating bedeutet üblicherweise, dass ein Land höhere Zinsen beim Schuldenmachen zahlen muss. Weil US-Staatsanleihen allerdings als sicherer Hafen in Krisenzeiten gelten, konnten sich die Vereinigten Staaten bislang auch weiterhin zu günstigen Konditionen Geld am Kapitalmarkt leihen. Deutschland besitzt als eines von wenigen Ländern weiterhin ein „Triple-A“ bei allen großen Ratingagenturen. Derweil nimmt auch die chinesische Ratingagentur Dagong die Kreditwürdigkeit der USA ins Visier.

Fitch-Mitteilung

dpa

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