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Brennpunkte US-Muslime: Politisches Klima bedroht religiöse Freiheit
Nachrichten Brennpunkte US-Muslime: Politisches Klima bedroht religiöse Freiheit
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22:34 08.12.2015
Der Direktor des Councils on American-Islamic Relations CAIR, Nihad Awad. CAIR/dpa Quelle: Stephanie Pilick
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Washington

Einer der größten Muslimverbände der USA sieht die religiöse Freiheit des Landes durch das politische Klima bedroht.

„Der Islamische Staat versucht doch, die religiöse Freiheit in den USA zu unterminieren, und viele Politiker springen im Wahlkampf kleingeistig auf diesen Zug auf“, sagte Nihad Awad, Präsident des Council on American-Islamic Relations (CAIR), der Deutschen Presse-Agentur in Washington.

Die mutmaßliche Terrorattacke im kalifornischen San Bernardino, bei der 14 Menschen starben und sich eine Täterin zur Terrormiliz IS bekannte, hat in den USA Ressentiments gegen Muslime befeuert. Das Thema spielt auch im Wahlkampf um die Präsidentschaft eine immer größere Rolle. Am Montag forderte der republikanische Präsidentschaftsbewerber Donald Trump ein US-Einreiseverbot für Muslime. Etwa ein Prozent der US-Bevölkerung ist muslimisch.

„Manche Kandidaten spielen dem IS unmittelbar in die Hände, ob willentlich oder wissentlich, sie tun es. Sie spalten Amerika, anstatt es zu vereinen“, sagte Awad. „Es gibt aber tatsächlich gar keinen religiösen Konflikt in den USA, sondern einen ideologischen.“

„Die USA sollten sich vor Ignoranz fürchten, nicht vor Muslimen“, sagte Awad.

Präsident Barack Obama habe in seiner Rede an die Nation den richtigen Ton in kritischer Zeit getroffen. „Sie war ein willkommenes Zeichen in Zeiten wachsender Hassverbrechen gegen amerikanische Muslime.“ Awad sagte, Obama solle diesem Statement weitere Reden folgen lassen, und auch Taten.

Im Kampf gegen Radikalisierung und Extremismus arbeite die muslimische Gemeinschaft in den USA eng mit Ordnungshütern und Strafverfolgern zusammen. „Mit Gemeinden und Moscheen in den USA hat Radikalisierung nichts zu tun, die sind alle Mainstream“, sagte Awad.

„Radikalisierung passiert vor allem über das Internet, Extremisten werden Sie in Moscheen nicht finden, weil sie dort alle zurückgewiesen werden. Extremisten leben isoliert oder im Untergrund“, sagte Awad.

„Wir müssen uns daran erinnern, wer wir als Amerikaner sind“, sagte Awad. Wir sind im Fernsehen, wir sind integriert, manchmal auch wohlhabend, wir sind Ärzte, Polizisten, Feuerwehrleute, Sozialarbeiter, und wir sind in den Streitkräften vertreten. Amerikanische Muslime tragen jeden Tag zu einem besseren Leben in den USA bei.“


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dpa

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