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US-Topsportler verurteilen Trumps „Hurensohn“-Attacke

LeBron James: «Penner» US-Topsportler verurteilen Trumps „Hurensohn“-Attacke

Spieler und Funktionäre aus den amerikanischen Profiligen NFL und NBA haben US-Präsident Donald Trump für dessen Aussagen in Bezug auf Protest von Top-Athleten heftig kritisiert.

Colin Kaepernick (M.), und seine Mannschaftskameraden Eli Harold (l.) und Eric Reid knien beim Abspielen der Nationalhymne, um gegen die behandlung von Minderheiten in den USA zu protestieren.

Quelle: John G Mabanglo

Washington. US-Präsident Donald Trump hat sich mit der amerikanischen Sport-Elite angelegt und dafür harsche Kritik nicht nur von Basketball-Superstar LeBron James eingesteckt.

Nachdem Trump bereits am Freitag die Teambesitzer der amerikanischen Football-Liga NFL aufforderte, protestierende Spieler zu entlassen, legte er am Samstag mit mehreren Twitter-Nachrichten zum selben Thema nach.

„Wenn ein(e) Spieler(in) das Privileg genießen will, in der NFL oder in einer anderen Liga Millionen zu verdienen, dann sollte es ihr oder ihm verboten sein, die amerikanische Flagge (unser Land) respektlos zu behandeln, und sie sollten bei der Nationalhymne stehen. Wenn nicht, dann bist du gefeuert! Such dir etwas anderes!“, erklärte  Trump auf Twitter zur der Weigerung von Top-Sportlern, während des in den USA vor Partien üblichen Anstimmens der Nationalhymne aufzustehen.

„Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber unserer Tradition. Es ist eine totale Respektlosigkeit gegenüber allem, für das wir stehen“, hatte Trump am Freitag bei einem Auftritt zur Unterstützung eines republikanischen Senatsbewerbers in Huntsville (Alabama). „Würdet ihr es nicht liebend gerne sehen, dass ein NFL-Teambesitzer sagen würde, 'Nehmt den Hurensohn vom Feld. Weg damit! Er ist gefeuert', wenn jemand die Flagge nicht respektiert?“ Trump forderte die Zuschauer auf, solche Spiele aus Protest zu verlassen.

Grund für die Proteste der Sport-Prominenz sind die nach ihrer Meinung ungerechte Behandlung von Minderheiten in den USA sowie die häufigen Vorfälle von Polizeigewalt gegenüber Afroamerikanern.

In einer weiteren Nachricht über das soziale Netzwerk Twitter hatte sich der Präsident direkt an Basketball-Superstar Stephen Curry von den Golden State Warriors gewandt. Er entzog ihm die Einladung zum obligatorischen Meisterschaftsbesuch seines Teams im Weißen Haus. Die Warriors, die ihren zweiten Titel innerhalb von drei Jahren in der nordamerikanischen NBA gewannen, erklärten daraufhin, dass sie die Nicht-Einladung des Präsidenten akzeptieren werden und auf einen Besuch im Weißen Haus verzichten. 

Weitere Reaktionen aus der amerikanischen Sportwelt auf Trumps verbale Angriffe ließen nicht lange auf sich warten. NFL-Commissioner Roger Goodell bezeichnete Trumps Aussagen in einer Mitteilung als „trennend“, und NBA-Star LeBron James charakterisierte den Präsidenten auf Twitter sogar als „Penner“. Zudem fügte er hinzu, dass der „Besuch im Weißen Haus eine Ehre war, bis Du aufgetaucht bist“.

„Ich bin ein bisschen frustriert“, erklärte James später in einem Video auf Uninterrupted.com seine wütende Twitter-Nachricht. „Dieser Kerl, dem wir die Verantwortung gegeben haben, hat zum wiederholten Male versucht, uns zu trennen (...) Für mich ist es dieses mal etwas persönlicher, da er jetzt Sport dazu nutzt, um uns zu trennen (...) Wir als Amerikaner müssen noch viel stärker zueinanderfinden.“ James hatte sich zuvor kritisch zu Trumps Verhalten nach den rechtsextremen Gewalttaten in Charlottesville geäußert.

Auch in der nordamerikanischen Baseball-Liga MLB wurde die Kontroverse offensichtlich. Bruce Maxwell von den Oakland Athletics kniete als erster MLB-Profi während der US-Nationalhymne. Laut „Washington Post“ könnten Trumps Aussagen nun zu einem Massenprotest in der National Football League NFL am Sonntag führen.

Colin Kaepernick, der frühere Quarterback der San Francisco 49ers, startete die Protestbewegung schon vor gut einem Jahr, als er während der Nationalhymne an der Seitenlinie kniete. NFL-Spieler wie  Athleten anderer Sportarten haben sich seitdem der Bewegung angeschlossen.

dpa

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