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US-Vizepräsident Pence besucht Ort der Schüsse von Texas

Nach Massaker in Kirche US-Vizepräsident Pence besucht Ort der Schüsse von Texas

Nach den Schüssen von Texas verdichten sich die Anzeichen, dass es im Vorfeld auch Versäumnisse bei Behörden gab. Der Schütze hätte eigentlich keine Waffen kaufen dürfen. Wasser auf die Mühlen der Waffenlobby.

US-Vizepräsident Mike Pence umarmt im texanischen Florseville ein kleines Mächen.

Quelle: Eric Gay

Sutherland Springs. Im Wirbel um die Hintergründe des Massakers in einer Kirche in Texas ist US-Vizepräsident Mike Pence in den südlichen Bundesstaat gereist. Gemeinsam mit dem Gouverneur von Texas, Greg Abott, wollte er den Ort der Schüsse besuchen, die in einer Kirche in dem Örtchen Sutherland Springs gefallen waren.

Dort wollte Pence unter anderem mit Überlebenden des Gottesdienstes sprechen. Unterdessen veröffentlichten die Behörden die Namen der 26 Opfer, darunter mehrere Kinder.

Die Untersuchungen über die Hintergründe gingen weiter. Möglicherweise wurden frühe Warnzeichen bei dem Attentäter übersehen, deren rechtzeitiges Erkennen die Tat hätte verhindern können. Nach übereinstimmenden Medienberichten war der Schütze Devin Patrick Kelley im Juni 2012 aus einer psychiatrischen Einrichtung im Bundesstaat New Mexico geflohen. Zwei Polizisten hätten ihn an einer Bushaltestelle in der texanischen Stadt El Paso aufgegriffen.

Unklar blieb zunächst, wie lange Kelley in der psychiatrischen Einrichtung war. Er war in New Mexico bei der Luftwaffe stationiert, die bei den Ermittlungen nach der Tat in der First Baptist Church in Sutherland Springs mit 26 Todesopfern und 20 Verletzten unter Druck geraten ist. Dabei geht es um die Frage, wie der Täter Waffen kaufen konnte, obwohl er wegen häuslicher Gewalt vorbestraft war. Befürworter des in Texas besonders hoch gehaltenen Rechts auf freien Zugang zu Schusswaffen argumentieren, nicht die Waffenfreiheit, sondern die unzureichende Anwendung von Gesetzen hätten die Tat ermöglicht.

Die Luftwaffe räumte ein, dass das Vorstrafenregister des Mannes nicht an eine Datenbank des FBI weitergegeben worden sei. Das Militär habe eine Untersuchung eingeleitet. Wegen der Verurteilung hätte es Kelley eigentlich nicht erlaubt sein dürfen, Waffen zu kaufen. Er erwarb aber ein halbautomatisches Gewehr und zwei Pistolen. Mit dem Gewehr verübte er die Tat.

Der 26-jährige Kelley war kurz nach seinem Amoklauf tot in seinem Wagen gefunden worden. Die Ermittler gehen davon aus, dass er sich selbst erschoss. Das Motiv steht noch nicht fest, aber bisherige Erkenntnisse deuten darauf hin, dass es in seinem persönlichen Umfeld liegt.

Kelley hatte für mehrere Jahre in der Luftwaffe gedient. 2012 wurde er von einem Militärgericht wegen Angriffen auf seine damalige Frau und seinen kleinen Stiefsohn verurteilt. Offenbar hielt er sich vor dem Prozess in der psychiatrischen Einrichtung auf. Kelley verbrachte dann ein Jahr in Haft und wurde 2014 aus der Luftwaffe entlassen.

Als mögliches Motiv kristallisiert sich immer stärker heraus, dass Kelley wütend auf die Familie seiner zweiten Frau war. Er hatte 2014 erneut geheiratet, lebte aber von der Frau getrennt. Nach Angaben von Ermittlern schickte er seiner Schwiegermutter Textnachrichten mit Drohungen. Die Frau hatte die Kirche in der Vergangenheit besucht. Am Sonntag war sie aber nicht im Gottesdienst.

Kelley selbst sei früher zu Kirchenveranstaltungen gegangen, aber dort nicht willkommen gewesen, sagte der Sheriff von Wilson County, Joe Tackitt, dem Sender CNN. Der Pastor der Gemeinde, Frank Pomeroy, habe Kelley von dessen Besuchen her gekannt und ihn dort ungern gesehen. Es habe keine Bedrohungen gegeben, aber Pomeroy habe den Behörden gesagt, dass Kelley „kein guter Mensch ist, den man um sich haben will“. Die 14-jährige Tochter des Geistlichen kam bei dem Amoklauf am Sonntag ums Leben.

dpa

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