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VfB ergibt sich leidenschaftslos zweitem Abstieg

Wolfsburg VfB ergibt sich leidenschaftslos zweitem Abstieg

Es ist der Tag der Entscheidung. Wer steigt sofort ab, wer muss in die Relegation, und wer in die lange Europa-League-Qualifikation? Am Samstag fallen in der Bundesliga die letzten Entscheidungen.

Wolfsburg. Im Moment des zweiten Bundesliga-Abstieges des VfB Stuttgart nach 1975 schossen Trainer Jürgen Kramny noch auf der Bank die Tränen in die Augen. Seine Spieler sanken fassungslos auf den Rasen.

Kampf- und leidenschaftslos hatten sie sich beim 1:3 (0:2) beim VfL Wolfsburg am letzten Spieltag der Fußball-Bundesliga in ihre 19. Saison-Niederlage ergeben. Erstmals seit 41 Jahren ist der schwäbische Traditionsclub wieder zweitklassig.

„Das ist definitiv der bitterste Tag meiner Karriere“, stammelte Sportvorstand Robin Dutt, der ebenso wie Coach Kramny vor einer ungewissen Zukunft steht. „Einige Spieler haben heute einfach keinen Beitrag dazu leisten können, dagegen zu halten“, analysierte der Trainer nach dem Spiel treffend. Schon zur Pause war sein Team von den mitgereisten tausenden Stuttgarter Anhängern ausgepfiffen worden.

Zu dem Zeitpunkt stand es bereits 0:2 durch Tore von Maximilian Arnold (11. Minute) und André Schürrle (29.). Der Nationalspieler erhöhte in der Nachspielzeit (90.+2) noch zum Endstand. Der zukünftige Wolfsburger Daniel Didavi traf per Freistoß (78.) zum Ehrentreffer der Schwaben.

„Wir sind nicht heute abgestiegen. Wir haben über die gesamte Saison zu viele Fehler gemacht“, sagte der eingewechselte Martin Harnik. Selbst ein Sieg in Wolfsburg hätte am Ende nicht mehr zur Rettung gereicht, da Werder Bremen zeitgleich mit 1:0 gegen Eintracht Frankfurt gewann. Vor dem Spiel war die Chance indes noch vorhanden, umso rätselhafter war der emotionslose Auftritt der Schwaben vor allem vor der Pause.

Nach dem Spiel und dem Abstieg als Tabellen-Vorletzter trauten sich die enttäuschten und noch mehr enttäuschenden Profis minutenlang überhaupt nicht, vor die Gästekurve zu gehen. Als sie sich schließlich in Bewegung setzten, wurden sie mit wüsten Beschimpfungen und aggressiven Gesten verschreckt. Als sie sich schließlich abdrehten, wurde das Pfeifkonzert ohrenbetäubend.

Noch nach dem 1:3 am 33. Spieltag gegen Mainz waren die erbosten VfB-Anhänger auf den Platz gestürmt und hatten für Tumulte gesorgt. Diesmal beließen sie es bei Unmutsbekundungen, die sich vor allem gegen die Clubführung richteten. „Keine Ahnung, keine Planung, kein Konzept. Vorstand raus“ stand auf einem Plakat.

Kurzfristige personelle Konsequenzen soll es aber nicht geben. „Es ist jetzt noch viel zu früh, darüber etwas zu sagen“, meinte VfB-Präsident Bernd Wahler. Zumindest Dutt will nicht freiwillig hinschmeißen: „Nur dann, wenn ich mich alleine fühle. Wenn die Sache stimmt, dann natürlich nicht. Dann bin ich natürlich ein Kämpfer.“

Bei den Spielern war von Kampf nichts zu sehen. Auch ohne den wegen privater Probleme in seine brasilianische Heimat abgereisten Luiz Gustavo bestimmte Wolfsburg komplett das Geschehen. Bereits die erste echte Chance nutzte Arnold zu seinem dritten Saisontor. Nach nicht einmal einer halben Stunde verwertete Nationalspieler Schürrle einen Konter entschlossen. Drei Tage vor der Nominierung des vorläufigen deutschen EM-Kaders betrieb er auch mit seinem neunten Saisontor in der Nachspielzeit Eigenwerbung.

Gäste-Coach Kramny versuchte noch einmal ein Zeichen zu setzen und nahm Jung-Profi Timo Werner vom Feld. Mit Harnik wurde es zumindest etwas besser. Kurz vor der Pause traf der Österreicher die Latte. Mehr ging nicht. Auch nach der Pause war von einem Aufbäumen kaum etwas zu spüren, obwohl Wolfsburg spürbar Tempo aus seinem Spiel nahm.

dpa

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