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Brennpunkte Viel Kritik für Ditib-Absage an Anti-Terror-Demonstration
Nachrichten Brennpunkte Viel Kritik für Ditib-Absage an Anti-Terror-Demonstration
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16:26 16.06.2017
Der Islam-Dachverband Ditib will sich nicht an der Anti-Terror-Demonstration in Köln beteiligen. Quelle: Marijan Murat
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Berlin

Die Bundesregierung ist enttäuscht über die Nichtteilnahme des Islamverbandes Ditib an der geplanten Anti-Terror-Demonstration in Köln. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) sagte, er hätte sich die Beteiligung aller muslimischen Verbände gewünscht.

Die Demonstration sei ein „wichtiges Zeichen von Muslimen in die Gesellschaft hinein, dass sie mit dem Terror und dem Missbrauch ihrer Religion durch die Terroristen nichts zu tun haben“.

Auch Kanzlerin Angela Merkel (CDU) ließ ihre Enttäuschung ausrichten. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte in Berlin: „Dass Ditib an dieser Kundgebung am morgigen Samstag nicht teilnehmen will, ist einfach schade.“

Seibert betonte, Merkel begrüße sehr, dass Muslime und ihre Freunde mit der Demonstration ein klares Zeichen gegen Gewalt und Terror setzen wollten. „Es ist gut, wenn Muslime klarmachen, dass in ihren Reihen und Moscheen kein Platz für Hass und Gewalt ist.“ Der Terror des IS und anderer sei eine Bedrohung für jeden friedliebenden Menschen, unabhängig von dessen Glauben. „Diese Mörder missbrauchen den Islam, dessen Werte sie in Wirklichkeit verhöhnen.“

Baden-Württemberg sollte nach Ansicht seines Justizministers Guido Wolf (CDU) die Zusammenarbeit mit dem umstrittenen Islam-Dachverband Ditib beenden. „Die bedingungslose Ächtung von Terrorismus ist ein Grundkonsens in unserer Gesellschaft. Wer hieran nur den geringsten Zweifel aufkommen lässt, stellt sich politisch und gesellschaftlich ins Abseits“, sagte Wolf den Zeitungen „Heilbronner Stimme“ und „Mannheimer Morgen“ (Samstag. „Die Antwort darauf kann nur sein, jede Zusammenarbeit mit Ditib, auch hier in Stuttgart, zu beenden.“ In Baden-Württemberg nimmt Ditib am Runden Tisch der Religionen teil.

Mit Unverständnis reagierte das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) auf die Absage. Gerade in der aktuellen gesellschaftlichen Situation sei dies ein verheerendes Zeichen, sagte ZdK-Präsident Thomas Sternberg laut Mitteilung. „Dass sich die Ditib mit diesem Verhalten weiter isoliert, sehen wir mit sehr großen Sorgen.“ Es müsse allen Muslimen daran gelegen sein, gemeinsam mit anderen öffentlich ein Zeichen „gegen die Pervertierung und Instrumentalisierung des Islams“ zu setzen, sagte Sternberg.

Unter dem Motto „Nicht mit uns“ wollen Muslime aus ganz Deutschland am Samstag in Köln mit einem Friedensmarsch ein Zeichen gegen islamistischen Terror setzen. Die türkisch-islamische Union Ditib hatte am Mittwoch entschieden, sich daran nicht zu beteiligen. Solche Demonstrationen stigmatisierten die Muslime „und verengen den internationalen Terrorismus auf sie, ihre Gemeinden und Moscheen“, hatte der größte Islam-Dachverband in Deutschland mitgeteilt.

dpa

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