Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -4 ° wolkig

Navigation:
Vor EU-Gipfel mit Türkei: Erneutes Schiffsunglück in der Ägäis

Brüssel Vor EU-Gipfel mit Türkei: Erneutes Schiffsunglück in der Ägäis

Vor dem EU-Flüchtlingsgipfel hat ein erneutes Schiffsunglück die Dringlichkeit einer Lösung der Flüchtlingskrise gezeigt. Mindestens 25 Menschen starben am Sonntag vor der türkischen Küste, als ihr Schiff in der Ägäis kenterte. Mehr zum Thema lesen Sie in unserem Blickpunkt weiter unten.

Quelle: Filip Singer /dpa

Brüssel. Die EU-Staaten wollen bei dem Gipfel am Montag die Türkei dazu bewegen, die Flüchtlinge an der Reise über die Ägäis zu hindern und abgelehnte Migranten zurückzunehmen. Ein türkischer Behördenvertreter sagte, das Boot sei auf dem Weg nach Griechenland vor der Küstenstadt Didim gekentert. 15 Insassen hätten von der Küstenwache gerettet werden können, 25 weitere seien jedoch ertrunken, darunter zehn Kinder.

Vor der jüngsten Tragödie kamen laut der Internationalen Organisation für Migration seit Jahresbeginn 418 Menschen bei der gefährlichen Überfahrt ums Leben. Die EU-Staaten wollen bei ihrem Gipfel mit der Türkei ihre bisherige Strategie überprüfen. Sie hatten Ende November vereinbart, dass die Türkei verstärkt gegen Schlepper an der Küste vorgeht. Im Gegenzug sagte die EU zu, der Türkei drei Milliarden Euro zur Versorgung der 2,7 Millionen syrischen Flüchtlinge zu zahlen. Bisher ist die Zahl der Neuankömmlinge in Griechenland aber kaum zurückgegangen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mahnte am Sonntag die Umsetzung der auf den vorherigen Gipfel zur Flüchtlingsfrage getroffenen Beschlüsse an. Die EU-Staaten müssten „Schritt für Schritt das praktisch umsetzen“, worauf sie sich beim EU-Gipfel im Februar geeinigt hätten, sagte Merkel der „Bild am Sonntag“.

Zudem müsse geklärt werden, für welche Projekte die drei Milliarden Euro in der Türkei eingesetzt werden. Ein weiteres wichtiges Thema sei der Schutz der EU-Außengrenze, sagte Merkel. Die Flüchtlingskrise könne nur gemeinsam bewältigt werden. Sie drängte zudem Griechenland, endlich wie verabredet 50.000 Unterkünfte für Flüchtlinge zu schaffen, sagte dem Land aber zugleich die Unterstützung der EU-Partner zu. Wie aus EU-Kreisen verlautete, wollte Merkel bereits am Sonntagabend den türkischen Ministerpräsidenten Ahmet Davutoglu und den niederländischen Regierungschef Mark Rutte treffen, dessen Land derzeit die EU-Ratspräsidentschaft innehat. Die Türkei hofft im Gegenzug für seine Unterstützung in der Flüchtlingskrise auf Visaerleichterungen und Fortschritte bei den EU-Beitrittsverhandlungen. Die „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ berichtete, die Türkei habe sich bereits bereiterklärt, in einem Schnellverfahren Wirtschaftsflüchtlinge aus Griechenland zurückzunehmen. Demnach sollen die Einzelheiten bei einem Treffen Davutoglus mit dem griechischen Regierungschef Alexis Tsipras am Dienstag in Izmir geklärt werden.

Nach dem Sondertreffen mit der Türkei wollen die EU-Staats- und Regierungschefs am Montagnachmittag ihre bisherige Strategie in der Flüchtlingskrise überprüfen. Sie wurde zuletzt zunehmend durch nationale Alleingänge unterlaufen. Nach Österreich führten zuletzt auch Slowenien, Kroatien, Serbien und Mazedonien eine Tages-Obergrenze für Flüchtlinge ein, womit die Balkanroute praktisch geschlossen ist. In der Folge sitzen immer mehr Flüchtlinge in Griechenland fest. Allein am Grenzübergang Idomeni nach Mazedonien harren mittlerweile 13.000 Flüchtlinge aus, im ganzen Land sind es mehr als 30.000.

Täglich treffen weiterhin tausend Flüchtlinge auf den griechischen Inseln ein. Die Allerwenigsten wollen wegen der desolaten Wirtschaftslage im Land bleiben und streben weiter nach Deutschland und Skandinavien. EU-Parlamentspräsident Martin Schulz (SPD) forderte die EU-Staaten auf, die gestrandeten Flüchtlinge aufzunehmen. Eine Verteilung der Flüchtlinge wäre „eine enorme Entlastung“ für Griechenland, sagte Schulz dem „Tagesspiegel am Sonntag“. Auch Pro Asyl forderte eine Lösung für die gestrandeten Flüchtlinge und warnte davor, sie „zum Zweck der Abschreckung“ zu missbrauchen.

uvs/jah

AFP

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Reporter vor Ort

In einer fortlaufenden Galerie zeigen wir Ihnen jeden Tag die wichtigsten Bilder aus Lübeck und den umliegenden Kreisen. An dieser Stelle finden Sie die Galerie für den November 2016.

Was für einen Adventskalender haben Sie?

  • Hochzeitszauber
    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informationen und kompetente Ansprechpartner in und um Lübeck für Ihre Traumhochzeit.

    Tipps und Tricks zum Planen und Organisieren Ihrer Hochzeit. Ob Location, Dekoration, Trauringe, Flitterwochen, Catering - hier finden Sie Informat... mehr

  • Reisetipps
    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber.

    In unserem Reiseportal finden Sie viele Tipps & Tricks für Reisende und Urlauber. mehr

  • Events & Veranstaltungen
    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe.

    Was? Wann? Wo? Hier finden Sie die Veranstaltungen und Events in Ihrer Nähe. mehr

  • Lifestyle

    Unser Lifestyle-Portal mit nützlichen News und Tipps: Informieren Sie sich über Mode, Beauty und aktuelle Trends. Mehr Schwung, mehr Spaß... mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Sonntagsreden

Von Börse bis Fußballplatz - Blogs unserer "Edelfedern".

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.