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Walesa soll für Geheimdienst gearbeitet haben

Warschau Walesa soll für Geheimdienst gearbeitet haben

Der polnische Ex-Präsident Lech Walesa hat nach Erkenntnissen des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) in Warschau für den früheren kommunistischen Geheimdienst gearbeitet.

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Polens Ex-Präsident Walesa war im Jahr 2000 vom Vorwurf der Spitzeltätigkeit freigesprochen worden.

Quelle: Markus Schreiber/archiv

Warschau. Der polnische Ex-Präsident Lech Walesa hat nach Erkenntnissen des Instituts für Nationales Gedenken (IPN) in Warschau für den früheren kommunistischen Geheimdienst gearbeitet.

Im Haus des im November verstorbenen Ex-Generals Czeslaw Jan Kiszczak seien Walesas Personalakte und seine Verpflichtungserklärung zur Zusammenarbeit mit dem Geheimdienst gefunden worden, sagte der IPN-Direktor Lukasz Kaminski der Agentur PAP zufolge.

Die Unterschrift Walesas sei authentisch, sagte Kaminski. Walesa bestreitet dies.

„In der Personalakte findet sich ein Umschlag und darin eine handschriftliche Verpflichtungserklärung zur Zusammenarbeit mit der Staatssicherheit: Lech Walesa +Bolek+“, sagte Kaminski. Nach Angaben des Instituts war „Bolek“ der Deckname Walesas. Die Unterlagen stammten aus den Jahren 1970 bis 1976, also noch vor Walesas Zeit als Vorsitzender der freien Gewerkschaft Solidarnosc.

Walesa war 1990 bis 1995 erster demokratisch gewählter Präsident Polens nach der Wende. Er bestritt in einer ersten Reaktion die Existenz der Staatssicherheits-Unterlagen. „Es kann keine derartigen Materialien von mir geben. Wenn es sie gäbe, wäre es nicht nötig, sie zu fälschen“, betonte der Friedensnobelpreisträger von 1983.

Das Institut für Nationales Gedenken ist das polnische Pendant der deutschen Stasi-Unterlagen-Behörde. Walesa gilt als Kritiker der seit Oktober regierenden neuen nationalkonservativen Regierung und des Chefs der Partei Recht und Gerechtigkeit (PiS), Jaroslaw Kaczynski. Im Dezember warnte der Freiheitsheld angesichts der gesellschaftlichen Spannungen vor einem „Bürgerkrieg“ in Polen.

dpa

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