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Brennpunkte Warum die Pegelstände steigen
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13:02 05.01.2018
Köln ist oft von Hochwasser bedroht, weil das Flussbett des Rheins dort sehr eng ist. Quelle: Oliver Berg
Köln

Sturm, Dauerregen und Tauwetter: Der Stand des Rheinpegels steigt und steigt in den ersten Tagen des Jahres 2018. Als Folge aus der warmen Witterung und des Sturmtiefs „Burglind“ erhöht sich allein in Köln der Wasserstand um etwa zwei bis drei Zentimeter pro Stunde.

Die Situation für Schiffsführer und Anwohner ist angespannt. Am Wochenende, spätestens Anfang nächster Woche könnte sich die Lage weiter zuspitzen: Bei einem Pegelstand von über 8,30 Meter in Köln müsste der Schiffsverkehr komplett gestoppt werden - die Auswirkungen auf die Wirtschaft wären enorm.

Das Wichtigste in Fragen und Antworten:

Woher kommt das viele Wasser?

Der Dezember war überdurchschnittlich verregnet. Schon damals stiegen die Flüsse in Nordrhein-Westfalen an. Doch der eigentliche Grund für das derzeitige Rhein-Hochwasser liegt laut Wetterdienst und Hochwasserzentrale weiter südlich: Das Tauwetter in der Schweiz und Baden-Württemberg hat großen Anteil an den steigenden Pegelständen. Hinzu kommt Dauerregen, zurzeit vor allem am Oberrhein und in den Vogesen. Auf der Mosel ist der Schiffsverkehr schon seit Donnerstag wegen Hochwassers eingestellt - und die Wassermassen drängen rheinabwärts Richtung Nordrhein-Westfalen.

Weshalb ist Köln stets besonders betroffen?

Die Stadt Köln ist oft von Hochwasser bedroht, weil das Flussbett des Rheins dort sehr eng ist. Der Hochwasserschutz in der Metropole ist deswegen auch gut ausgebaut.

Wann werden die ersten Häuser überflutet? Wann wird es gefährlich?

Darauf möchte sich keiner der Experten festlegen. Die Frage ist immer: Was kommt von oben an Wasser nach? Wie sehr drückt das Grundwasser hoch? Ab einem Pegelstand von 10,70 Metern würde in Köln Katastrophenalarm ausgerufen, im rechtsrheinischen Porz-Zündorf würde das Wasser dann über die mobilen Wände schwappen. Auf mehr als zehn Meter stieg der Pegelstand zuletzt an Heiligabend 1993. Die Schutzwände in der Altstadt sind für Pegelstände von deutlich mehr als 11 Meter ausgelegt. Pegel jenseits der 11-Meter-Marke gab es seit über 250 Jahren nicht mehr.

Wie sieht die Lage in Bonn, Düsseldorf und Duisburg aus?

Die Stadt Bonn rechnete damit, dass am Freitag die 7-Meter-Marke geknackt wird. Dramatisch ist die Situation dann laut einer Sprecherin noch nicht. Ab einem Stand von 7,50 Metern würde die Rheinufer-Promenade überschwemmt - Häuser stehen dort aber keine. In Düsseldorf liegen die Prognosen für Freitag nach Auskunft der Stadt derzeit bei etwa 7,20 Metern. Bei Prognosen von acht Metern und mehr wird das Tor am Alten Hafen geschlossen. Der Pegelstand in Duisburg überschritt am Donnerstag laut Hochwassermeldezentrum die acht Meter. Der Wasserstand soll dort bis Freitagmittag weiter steigen und sich der Marke von neun Metern nähern.

Was macht die „Große Hochwasserschutzzentrale“, die am Freitag in Köln eingerichtet wird?

Der Name klingt spektakulär. Dahinter verberge sich aber Routine, heißt es bei den Stadtentwässerungsbetrieben (StEB): Die Stadt Köln und die wichtigsten am Hochwasserschutz beteiligten Institutionen wie die Feuerwehr, Polizei, DLRG und Rheinenergie entsenden einen Mitarbeiter ins Lagezentrum, das bei den Stadtentwässerungsbetrieben eingerichtet wird. Jeder arbeite an seinem pegelabhängigen Maßnahmenplan. „Im Notfall können aber auf dem kurzen Dienstweg schnell Dinge geregelt werden“, sagt StEB-Sprecherin Andrea Bröder.

Anfang nächster Woche droht die Einstellung des Schiffsverkehrs auf dem Rhein bei Köln. Was bedeutet das für die Wirtschaft in der Region?

Sowohl Hochwasser als auch Niedrigwasser haben laut Ulrich Soénius, stellvertretender Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Köln, dramatische Auswirkungen auf die gesamte Metropolregion entlang des Rheins. „Häfen können nicht mehr beliefert werden - und häufig sind Produkte und Teile dabei, die auf Zeit bestellt wurden.“ Betroffene Unternehmen werden seiner Einschätzung nach zwar keine kurzfristigen Probleme bei der Produktion bekommen. Mit leichten Verzögerungen sei aber durchaus zu rechnen. Für Hafengesellschaften bedeute eine Einstellung der Schifffahrt immer finanzielle Einbußen.

dpa

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