Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Weitere Warnstreiks begleiten Metall-Verhandlungen
Nachrichten Brennpunkte Weitere Warnstreiks begleiten Metall-Verhandlungen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:12 11.01.2018
Warnstreik bei Danfoss Power Solutions in Neumünster (Schleswig-Holstein). Quelle: Carsten Rehder
Anzeige
Böblingen

Zum Start der dritten Tarifverhandlungsrunde für die deutsche Metall- und Elektroindustrie soll die Warnstreikwelle der IG Metall heute ihren Höhepunkt erreichen.

Tausende Metaller bundesweit sind aufgerufen, ihre Arbeit vorübergehend niederzulegen, während in Böblingen bei Stuttgart vom frühen Nachmittag an weiter verhandelt wird. Der Südwesten macht den Auftakt zu Runde drei, die übrigen Metall-Tarifgebiete folgen erst noch. In Hannover wird parallel über den Haustarifvertrag für rund 120.000 VW-Beschäftigte in Deutschland verhandelt.

IG-Metall-Chef Jörg Hofmann hatte am Mittwoch bereits mit einer weiteren Eskalation gedroht, falls sich die Arbeitgeber bis Ende Januar nicht bewegen sollten. „Dann sehen wir, ob es Sinn macht, weiter zu verhandeln, ob es ganztägige Warnstreiks geben wird oder gleich die Urabstimmung über Flächenstreiks“, hatte Hofmann gesagt. Bundesweit arbeiten rund 3,9 Millionen Menschen in der Metall- und Elektroindustrie.

Die IG Metall verlangt neben sechs Prozent mehr Lohn das Recht für jeden Beschäftigten, die Arbeitszeit bis zu zwei Jahre lang auf 28 Stunden pro Woche verkürzen zu können - mit teilweisem Lohnausgleich für bestimmte Gruppen. Die Arbeitgeber halten diese Forderung für unrechtmäßig, auch weil sie aus ihrer Sicht all jene Beschäftigten diskriminiert, die schon in Teilzeit arbeiten und dafür keinen Ausgleich bekommen.

„Ich kann doch nicht sagen: Wer weniger arbeitet, kriegt dafür auch noch vom Arbeitgeber einen finanziellen Ausgleich“, sagte Arbeitgeberpräsident Ingo Kramer der „Rheinischen Post“. „Es würde in einem Unternehmen den Betriebsfrieden stören, wenn einzelne Mitarbeiter ihre Arbeitszeit verkürzen können, dafür einen Lohnausgleich erhalten, während die Kollegen die Arbeit übernehmen müssen, aber nicht mehr Geld gezahlt bekommen.“ Die Arbeitgeber haben eine Einmalzahlung und zwei Prozent mehr Lohn angeboten. Außerdem wollen sie die Arbeitszeit nach oben ausweiten können.

Hingegen forderte der baden-württembergische IG-Metall-Chef Roman Zitzelsberger mit Blick auf die anstehenden Gespräche, die Arbeitgeber müssten „endlich ein verhandlungsfähiges Angebot auf den Tisch“ legen. „Die Hinhaltetaktik und Vogel-Strauß-Politik muss endlich ein Ende haben“, sagte er. Die bundesweiten Warnstreiks hatten am Montag begonnen und waren Tag für Tag ausgeweitet worden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die syrische Militäroffensive in Idlib gefährdet nach Ansicht der Regierung in Ankara die gemeinsamen Friedensbemühungen der Türkei, des Irans und Russlands für Syrien.

11.01.2018

Hunderte Elvis-Presley-Imitatoren und Fans sind in Australien mit Sonderzügen zu einem Festival zu Ehren des King of Rock'n'Roll unterwegs.

11.01.2018

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan will Angaben seines Außenministers zufolge nach der Bildung einer neuen Bundesregierung persönlich mit Kanzlerin Angela Merkel zusammenkommen.

11.01.2018
Anzeige