Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Westliche Mächte sprechen über Syrien-Waffenruhe
Nachrichten Brennpunkte Westliche Mächte sprechen über Syrien-Waffenruhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:25 25.02.2016
Eine Straße im syrischen Douma nach einem Luftangriff. Quelle: Mohammed Badra/archiv
Anzeige
Paris

Die USA, Frankreich, Großbritannien und Deutschland dringen gemeinsam darauf, die geplante Waffenruhe in Syrien „rasch und umfassend“ in Kraft zu setzen.

Dies erklärten die Präsidenten Barack Obama und François Hollande sowie Premier David Cameron und Kanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend nach einer Videokonferenz über die Lage in dem Bürgerkriegsland.

Der Sprecher der Bundesregierung, Steffen Seibert, teilte mit, alle Gesprächspartner hätten die zwischen den USA und Russland vereinbarte Waffenruhe begrüßt. Sie soll am Samstag um 00.00 Uhr Ortszeit beginnen. Schritte zur Beruhigung und zur Bewältigung der humanitären Notlage seien absolut vordringlich, insbesondere in der Region Aleppo. Da auch gerade die Angriffe der russischen Luftwaffe und der syrischen Armee zu erheblichem Leid der Zivilbevölkerung beigetragen hätten, sei deren Beendigung „ein wesentlicher Faktor zur Beruhigung der Lage“, hieß es weiter.

Die Konfliktparteien sollen bis Freitagmittag erklären, ob sie die Bedingungen annehmen. Ausgenommen von der Feuerpause sind die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) und die Al-Nusra-Front, der syrische Ableger des Terrornetzes Al-Kaida.

Die vier Staats- und Regierungschefs kündigten laut Seibert auch an, die Einhaltung der Waffenruhe sorgfältig zu beobachten. Insbesondere dürfe es nicht zu Luftschlägen gegen moderate syrische Rebellen und die Zivilbevölkerung kommen. Der syrischen und russischen Regierung komme hier eine besondere Verantwortung zu.

Die vier unterstrichen außerdem, dass die angestrebte Feuerpause rasch von einem „echten und glaubwürdigen politischen Transitionsprozess“ unterlegt werden müsse.

Das Regime in Damaskus hatte zuvor erklärt, es akzeptiere die am Vortag ausgehandelte Feuerpause. Rebellenvertreter äußerten jedoch große Skepsis.

US-Außenminister John Kerry machte am Dienstag erneut klar, dass die USA eine Zukunft für Syrien nur ohne Präsident Baschar al-Assad sehen. „So lange Assad da ist, kann man den Krieg nicht stoppen, weil dafür in den letzten Jahren zu viel Beklagenswertes passiert ist“, sagte Kerry im Auswärtigen Ausschuss des Senats. „Wenn man also Frieden nach Definition will, glauben wir, dass es ohne Assad sein muss.“

Die Koordinationsstelle für die angestrebte Waffenruhe nahm nach russischen Angaben am Dienstag ihre Arbeit auf. Die Stelle auf der russischen Luftwaffenbasis bei Latakia solle die Einhaltung überwachen, sagte ein Sprecher des Verteidigungsministeriums. Von der Basis aus fliegt Russland seine Luftangriffe, um den bedrängten Präsidenten Assad zu unterstützen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Wo immer Sachsens Regierungschef Stanislaw Tillich in diesen Tagen auftaucht, wird er nach dem Fremdenhass in seinem Land gefragt. Einfache Antworten hat er nicht.

01.03.2016

Kanzlerin Angela Merkel, der britische Premier und die Präsidenten der USA und Frankreichs haben eine baldige Einhaltung der ausgehandelten Waffenruhe in Syrien gefordert.

23.02.2016

Beim Einsturz eines stillgelegten englischen Kraftwerks ist mindestens ein Mensch ums Leben gekommen.

23.02.2016
Anzeige