Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Zahl der Toten bei Terroranschlägen in Syrien steigt auf 184
Nachrichten Brennpunkte Zahl der Toten bei Terroranschlägen in Syrien steigt auf 184
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:33 22.02.2016
Die Explosionen ereigneten sich in dem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil Sahraa. Quelle: str
Anzeige
Damaskus

Die Zahl der Opfer bei den bislang blutigsten Anschlägen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) auf Regimeviertel in Syrien ist auf 184 gestiegen.

Allein am südlichen Rand der Hauptstadt Damaskus rissen Bomben mindestens 120 Menschen in den Tod, wie die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete. In der zentralsyrischen Stadt Homs starben demnach 64 Menschen. Die Attentate überschatteten Bemühungen der internationalen Gemeinschaft um eine Waffenruhe für das Bürgerkriegsland.

Die Explosionen ereigneten sich am Sonntag jeweils in Stadtteilen, die vor allem von religiösen Minderheiten bewohnt werden. Am Südrand von Damaskus explodierte im Schiitenviertel Sajeda Sainab mindestens eine Autobombe. Zudem sprengten sich zwei Selbstmordattentäter in die Luft. Die dortige gleichnamige Moschee ist ein wichtiger Pilgerort für schiitische Muslime unter anderem aus dem Iran.

In Homs starben den Menschenrechtsbeobachtern zufolge 64 Menschen, als in dem vor allem von der religiösen Minderheit der Alawiten bewohnten Stadtteil Sahraa zwei Autobomben hochgingen. Der alawitische Glaube ist aus dem schiitischen Islam hervorgegangen und mit ihm verwandet. Die Familie von Präsident Baschar al-Assad sowie wichtige Säulen des syrischen Regimes gehören den Alawiten an.

Der IS übernahm in Interneterklärungen die Verantwortung für die Anschläge. Allerdings ließen sich die Bekenntnisse nicht unabhängig überprüfen. Die Extremisten beherrschen im Norden und Osten Syriens noch immer riesige Gebiete, mussten zuletzt aber Niederlagen auch gegen des Regime hinnehmen.

Erst Ende Januar war es in beiden betroffenen Gebieten zu ähnlichen Anschlägen mit Dutzenden Toten gekommen. Auch hier bekannte sich der IS zu den Taten. Die sunnitischen Dschihadisten sehen Angehörige anderer muslimischer Glaubensrichtungen als Abtrünnige.

US-Präsident Barack Obama will in den nächsten Tagen mit Kremlchef Wladimir Putin über eine Waffenruhe sprechen. Beide Großmächte sowie weitere beteiligte Staaten hatten sich in München auf eine Feuerpause geeinigt, die nach Lesart von Diplomaten am vergangenen Freitag hätte in Kraft treten sollen. Mit der Waffenruhe sollen die Anfang Februar ausgesetzten Friedensgespräche zwischen dem Regime und der Opposition wieder in Gang gebracht werden.

US-Außenminister John Kerry hatte am Wochenende nach eigenen Angaben mit seinem russischen Kollegen Sergej Lawrow eine „vorläufige Einigung“ über die Bedingungen einer Waffenruhe in Syrien erreicht. Sie könnte demnach in den nächsten Tagen beginnen. Russland ist neben dem Iran der wichtigste Verbündete des Regimes und fliegt seit Ende September Luftangriffe. In der saudischen Hauptstadt Riad wollte sich am Montag das Oberste Verhandlungskomitee (HNC) der Regimegegner treffen, um über die vorgeschlagene Feuerpause zu beraten.

Nach rund einem Jahr Geiselhaft ließ der IS unterdessen die letzten von mehr als 200 im Nordosten Syriens entführten Christen frei. Mehr als 40 Frauen und Männer seien wieder auf freiem Fuß, erklärte das Assyrische Netzwerk für Menschenrechte. Vor einem Jahr hatte die Terrormiliz im Nordosten Syriens mehrere Dörfer assyrischer Christen in der Nähe der Stadt Hasaka überrannt und und Einwohner entführt. Assyrische Aktivisten sprachen von mehr als 270 Geiseln.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Zahl der Anschläge auf bestehende oder geplante Flüchtlingsunterkünfte ist sprunghaft gestiegen. Es kommt auch immer wieder zu fremdenfeindlichen Ausschreitungen vor solchen Einrichtungen.

29.02.2016

Virginia McLaurin (106) hat sich ihren größten Wunsch erfüllt und US-Präsident Barack Obama im Weißen Haus getroffen.

22.02.2016

Bei den fremdenfeindlichen Demonstrationen in Sachsen wird immer wieder „Wir sind das Volk“ skandiert. Auch Pegida hat sich den Slogan zu eigen gemacht.

22.02.2016
Anzeige