Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Brennpunkte Zerreißprobe in Venezuela: Warnung vor Blutbad
Nachrichten Brennpunkte Zerreißprobe in Venezuela: Warnung vor Blutbad
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:32 07.04.2017
Sicherheitskräfte der Nationalgarde feuern in Caracas Tränengas in Richtung protestierender Demonstranten. Quelle: Ariana Cubillos
Anzeige
Caracas

Der Machtkampf zwischen der sozialistischen Regierung und der Opposition in Venezuela spitzt sich mit immer gewalttätigeren Straßenschlachten zu.

Um Menschen von der Teilnahme an Demonstrationen abzuhalten, waren am Donnerstag wichtige Zufahrtstraßen nach Caracas gesperrt worden. Viele Menschen verlassen seit Tagen nicht mehr die Wohnungen aus Angst vor der drohenden Eskalation. Am Freitag wurden mindestens 18 Menschen verletzt, die Polizei setzte massiv Tränengas ein, Demonstranten warfen große Steine auf die Polizisten.

Beobachter sprechen von den härtesten Protesten seit Monaten und einer zunehmend nervösen Regierung. Die Opposition fordert den Sturz des bis 2018 gewählten Staatschefs Nicolás Maduro und Neuwahlen. Rund 30 Menschen wurden festgenommen, die Maduro als Terroristen bezeichnete. Vizepräsident Tareck El Aissami meinte, das Ziel der Demonstranten sei, „die Straßen in Blut zu ertränken“. 

Die oppositionelle Parlamentsmehrheit hat ein Absetzungsverfahren gegen regierungstreue Verfassungsrichter eingeleitet, denen sie die zwischenzeitliche Entmachtung des Parlaments vorwerfen. Auf Druck des Auslands und auch aus eigenen Reihen wurde das Urteil wieder kassiert.

Venezuela durchläuft eine schwere politische und wirtschaftliche Krise. Maduro wittert eine Verschwörung des bürgerlichen Lagers und des Auslands gegen seine sozialistische Regierung. Die Opposition kritisiert den autoritären Regierungsstil. Wegen des niedrigen Ölpreises und jahrelanger Misswirtschaft fehlen dem Land mit der höchsten Inflation der Welt Devisen für den Import von Lebensmitteln, Medikamenten und Dingen des täglichen Bedarfs.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Krise in Syrien droht nach einem US-Luftangriff weiter zu eskalieren. US-Präsident Donald Trump ließ als Vergeltung für einen mutmaßlichen Giftgasangriff einen ...

07.04.2017

Bei dem US-Angriff auf einen Flugplatz in Syrien hat es nach offiziellen syrischen Angaben Tote und Verletzte gegeben.

07.04.2017

US-Außenminister Rex Tillerson hat nach dem US-Luftangriff auf einen Luftwaffenstützpunkt in Syrien schwere Vorwürfe gegen Russland erhoben.

07.04.2017
Anzeige