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„Zika-Krieg“: Brasiliens Präsidentin will Lösung bis Olympia

Rio de Janeiro „Zika-Krieg“: Brasiliens Präsidentin will Lösung bis Olympia

Im August sind die Olympischen Spiele in Rio, die Welt schaut auf Brasilien. Die Zika-Epidemie kommt zur Unzeit. Am Wochenende zieht das Militär in den Kampf gegen die Mücken, die das Virus übertragen. Mit Flugblättern. Die Präsidentin verspricht: Olympia wird Zika-frei.

Rio de Janeiro. Mit Hilfe von 220 000 Soldaten hat Brasilien den Großeinsatz gegen das mysteriöse Zika-Virus gestartet. Das Militär verteilte am Samstag vier Millionen Flugblätter mit Tipps zur Moskitobekämpfung.

Als nächste Etappe sollen ab Montag Zehntausende Soldaten mit Insektiziden den Mücken zu Leibe rücken. Zika wird von der Gelbfiebermücke (Aedes aegypti) übertragen. „Bis zu den Olympischen Spielen werden wir beachtliche Erfolge bei der Vernichtung der Moskitos schaffen“, versprach Staatspräsidentin Dilma Rousseff. Erste Sportler erwägen bereits einen Verzicht auf die Olympischen Spiele in Rio de Janeiro, die vom 5. bis 21. August 2016 stattfinden.

Rousseff nahm am Samstag in Rio de Janeiro an der Aktion teil und erklärte Bürgern, dass selbst kleine Pfützen und Wasserrückstände vermieden werden müssen. Gelbfiebermücken legen dort ihre Eier ab und vermehren sich so. Sie setze Insektizide in Abwasserrohre ein, um den Kampf symbolisch zu unterstützen. Verteidigungsminister Aldo Rebelo betonte: „Die Hauptbrutstätten sind innerhalb der Häuser.“ Die Bürger müssten jeden Tag etwas Zeit zur Trockenlegung aufwenden. Die Regierung sah die Aktion vor allem als Maßnahme, um die Bürger wachzurütteln und zum Mitmachen zu animieren.

Auch per SMS wurden die Brasilianer mit Hinweisen zur Moskitobekämpfung auf das große Ziel „Zero Zika“ („Null Zika“) eingeschworen. Aber bis dahin wird es ein weiter Weg sein - die Moskitoart hat sich zuletzt dramatisch vermehrt und soll auf rund 80 Prozent der Landesfläche aktiv sein. Sie überträgt auch das Dengue- und das Chikungunya-Virus.

Die 220 000 Soldaten und Tausende Mitarbeiter der Gesundheitsbehörden schwärmten in 353 Städten mit Informationsblättern aus, um knapp drei Millionen Häuser zu besuchen. Besonders in den Favelas vieler Städte gibt es mangels moderner Abwassersysteme Brutstellen für Moskitos. Allerdings mieden die Soldaten Favelas vielerorts. So sollte das Risiko von Zusammenstößen mit Drogenhändlern vermieden werden.

Rousseff betonte, die Aufklärungsaktion sei nur der Anfang. Als nächster Schritt sollen nun in besonders betroffenen Gegenden Moskitos und Eiablageplätze mit Insektiziden eliminiert werden. Insgesamt hat die Regierung für 2016 Ausgaben von 2,4 Milliarden Reais (526 Mio. Euro) zur Bekämpfung der Mücken vorgesehen.

Die Behörden schätzen die Zahl der Zika-Infektionen in Brasilien auf 500 000 bis 1,5 Millionen - viele bleiben unerkannt, da die Symptome oft eher harmlos sind. Das Virus steht aber im Verdacht, bei Infektionen von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei ihren Babys zu verursachen. Die Zahl der bestätigten Fälle dieser Mikrozephalie bei Babys, deren Mütter sich in der Schwangerschaft mit Zika infiziert haben, ist laut Gesundheitsministerium auf 41 Fälle gestiegen.

In der Vorwoche waren erst 17 Fälle bekannt. Insgesamt gibt es 462 bestätigte und 3852 Verdachtsfälle von Mikrozephalie. Die steigenden Zahlen hängen auch damit zusammen, dass es seit Oktober wegen des Verdachts eines Zusammenhangs mit Zika eine Meldepflicht gibt. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) ist Zika mittlerweile in 39 Ländern aufgetaucht. Daher soll rasch ein Impfstoff entwickelt werden.


Einsatzplan des Militärs mit Verteilung nach Bundesstaaten
Neue WHO-Zahlen
Fragen und Antworten der WHO zu Zika
Bernhard-Nocht-Institut zu Zika
Globo-Bericht zu "No-Go-Areas" beim Militäreinsatz

dpa

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