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Oh, say can't you see?

Olympus Has Fallen - Die Welt in Gefahr Oh, say can't you see?

Wenig Sinn, viel Action, noch mehr Patriotismus: Im überbordend pathetischen "Olympus Has Fallen" wird das Weiße Haus angegriffen und Gerard Butler darf den US-Präsidenten in einer Ein-Mann-Mission retten.

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Action hat er ja, doch "Olympus Has Fallen" ist ein so vor Patriotismus triefender Film, dass er die Grenze des guten Geschmacks allzu bereitwillig überspringt.

Quelle: Universum Film

Die Kurzzusammenfassung von "Olympus Has Fallen" liest sich ja schon ein wenig wie Satire, wie ein "Austin Powers"-Film: Eine Gruppe Terroristen nimmt den US-Präsidenten als Geisel und ist bereit, die kompletten USA in die Luft zu jagen. Einzig ein Schotte macht sich auf, die Welt zu retten: Hauptdarsteller Gerard Butler wurde in Glasgow geboren. Und eigentlich wäre es doch ganz angenehm, satirisch mit dem Nordkorea-Konflikt umzugehen. Leider ist dem nicht so. Der Actionfilm ist ernst gemeint - und das zeigt er auch in jeder Szene.

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Regisseur Antoine Fuqua (links, neben Morgan Freeman) wollte größtmöglichen Realismus und ließ den Angriff der Nordkoreaner von einem Expertenteam durchspielen und auf Plausibilität prüfen. Ergebnis: So könnte es tatsächlich ablaufen ...

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Die amerikanische Flagge, das ehrwürdige Stars-And-Stripes-Banner, fällt. Nein, es fällt nicht einfach, es schmettert nieder. Vor dem allzu kitschig-triefenden Sonnenuntergang fällt die zerfetzte Flagge auf den zerstörten Rasen des von Kampfhandlungen gezeichneten Weißen Hauses - alles computeranimiert versteht sich. Unterlegt ist dieser Akt der schmerzlichen Niederlage des amerikanischen Volkes von Musik, die jegliche Grenze des guten Geschmacks ignoriert und aus vollen Rohren alles Pathetische und Staatstragende in diese Szene wirft, dass Leni Riefenstahl anerkennend applaudiert hätte. Die Flagge am Boden, die Vereinigten Staaten am Boden. Geschlagen von Nordkorea.

Das kleine asiatische Land legt sich mit den großen USA an. Es greift deren Heiligstes an: Eine Spezialeinheit besetzt das Weiße Haus. Die Nordkoreaner nehmen den Präsidenten (Aaron Eckhart), Vize-Präsidenten (Phil Austin) und die Verteidigungsministerin (Melissa Leo) als Geiseln und fordern einen Abzug der US-Streitkräfte aus Südkorea - was den Staat praktisch in die Hände des Nordens fallen lassen würde. Wird nicht auf die Forderungen eingegangen, werden die Terroristen die Passwörter aus den drei Politikern foltern, die sämtliche Atomraketen der USA einsatzbereit machen. Und einmal einsatzbereit, können sie auch an Ort und Stelle explodieren. Völlig überrumpelt bleiben dem Krisenstab nur Verhandlungen - vordergründig. Mit dem Ex-Secret-Service-Agent Mike Banning (Gerard Butler) haben sie einen Trumpf in der Hand. Er konnte sich ins Weiße Haus schleichen und eine Ein-Mann-Weltrettungsmission starten.

Man kann kaum anders, als diesem ekstatisch zelebrierten Patriotismusschauspiel mit unglaubwürdigem Lachen zu begegnen. Zu absurd ist der Gedanke, dass ein Film wie "Olympus Has Fallen" wirklich weltweit in den Kinos läuft. Und es ist auch ein wenig beängstigend vor dem Hintergrund des gereizten, dauerverängstigten Gemütszustands einer ganzen Nation mit dieser Militärkraft. Nordkorea wirkt ob seiner absurden Feiern und seines Staaten- und Personenkultes befremdlich. Die USA stehen dem in gewisser Hinsicht nicht nach. Haben sie das doch mit Hilfe der Maschinerie Hollywood sogar perfektioniert.

Und dennoch ertappt man sich dabei, sich zumindest stellenweise gut unterhalten zu fühlen. Das kann Hollywood. Sehr gut sogar. Und "Olympus Has Fallen" hat vieles, was ein spannender Actionfilm braucht: Eine klare Trennung von Gut und Böse und viele, ganz viele Schusswechsel, die Blut, abgetrennte Körperteile und direkte Kugeltreffer bereitwillig zeigen. Der Handlungsort ist dicht gestaltet - das Weiße Haus ist zwar relativ groß, aber so verwinkelt, dass hinter jeder Ecke etwas lauern kann. Da baut sich schon eine spannende, mitreißende Stimmung auf, keine Frage. Man wähnt sich fast in einem "Stirb Langsam"-Teil.

Es ist eben der überbordende Patriotismus, der alles in eine fragwürdige Stimmung taucht. Auch weil er völlig ironiefrei serviert wird. Während ein Roland Emmerich (der ja mit "White House Down" im September auch tatsächlich seine eigenen filmischen Angriff auf das Weiße Haus abliefern wird) seine Filme mit einem Augenzwinkern meistens angenehm entschärft, fehlt dem Werk von Regisseur Antoine Fuqua ("Training Day") die komische Entspannung komplett. Man hockt da und bemerkt: Das ist ernst gemeint. Alles! Fuqua schreckte nicht mal davor zurück, den Angriff der Nordkoreaner so lange von einem Expertenteam durchspielen zu lassen, bis er realistisch genug war. Bei so viel Einsatz kratzt man sich schon am Kopf: Ist das noch Hingabe oder schon Paranoia? In jedem Fall: Sehenswert ist es nicht.

 

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