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Verloren und doch gepunktet

Playoff Verloren und doch gepunktet

Vater, wo bist du? 30 Jahre nach dem Holocaust spürt ein israelischer Basketballtrainer in der Mainmetropole Frankfurt seiner tragischen Familiengeschichte nach.

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Noch nicht bereit für die Meisterschaft: "Playoff" vergibt viel Potenzial.

Quelle: Wild Bunch Germany

Beim Sport lernen sich Menschen kennen, ob sie wollen oder nicht. Manche schließen dabei Freundschaften, andere Feindschaften, Zuschauer inklusive. Für einen wunderbaren Film darüber fehlte es Eran Riklis bei "Playoff" an Disziplin. Die Entdeckung, die ein jüdischer Mannschaftsbetreuer während eines Engagements in Deutschland macht, büßt durch die Probleme anderer Leute zu viel von ihrer erschütternden Wirkung ein. Charakterdarsteller Danny Huston rettet aber über die Zeit.

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Thomas (Max Riemelt, zweiter von rechts) und seine Teamkameraden begegnen ihrem neuen Trainer mit großer Skepsis.

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Huston verkörpert den renommierten israelischen Coach Max Stoller, der dem legendären Basketballtrainer Ralph Klein nachempfunden wurde. Als der Holocaust-Überlebende Stoller in seiner Heimatstadt Frankfurt am Main im Jahre 1982 die bundesdeutsche Basketball-Nationalmannschaft trainieren soll, ist er für seine Landsleute und sogar seine Familie ein Verräter. Doch auch das Verhältnis zu den deutschen Spielern ist gespannt, besonders zu Thomas (Max Riemelt, derzeit auch in "Freier Fall" zu sehen), dem Kapitän. Indes durchstreift Stoller ruhelos die Stadt, geplagt von dem Glauben, für das spurlose Verschwinden seines Vaters in der Nazizeit verantwortlich zu sein. Dabei lernt er die Türkin Deniz (Amira Casar) kennen, die mit ihrer pubertierenden Tochter Sema (Selena Savas) in der ehemaligen Wohnung der Stollers lebt.

Vergangenheitsverarbeitung als pulsierendes Sportdrama durfte man von "Playoff" erwarten, mit Gegensätzen und antisemitischen Unterströmungen, die unter Schweiß und gegebenenfalls Tränen in Verständigung und neue Gemeinsamkeit umgeformt werden. Die Voraussetzungen dafür sind bestens, immerhin verfügt Regisseurs Eran Riklis bereits über Erfahrung mit Sport im Film. Handelte doch sein international gefeiertes Polit-Drama "In der Schusslinie" von fußballbegeisterten Antagonisten im israelisch-palästinensischen Konflikt.

Doch die Basketball-Szenen in "Playoff" sind plump und steif realisiert. Und leider gerät auch das Ansinnen, das Rätsel um Stollers Vater zu lösen, in den Hintergrund, wenn Stoller für Thomas eine Art Vaterersatz sein muss und Deniz bei der Suche nach ihrem Mann unterstützt. Vielleicht hat Riklis mit seinen erfolgreichen, hintergründigen Filmen "Die syrische Verlobte" und "Lemon Tree" einen derart differenzierten Blick entwickelt, dass sich jedes Leid gleich in einem anderen spiegeln muss: dass die Ausgrenzung der Juden während des Dritten Reichs in der Ächtung von Deniz durch andere Türken und die ihrer Tochter durch deutsche Mitschüler ihr Echo finden soll.

Dabei zeigt die magisch vom Hauptdarsteller angezogene Kamera, worauf auch inhaltlich die Konzentration hätte liegen sollen: Auf den Geheimnissen des Kette rauchenden und traumatisierten Lebemannes Max Stoller. Danny Huston (zuletzt in "Hitchcock" zu sehen) verleiht ihm sinnliche Gegenwart, an der man sich nicht satt sehen kann. Hochverdient wurde er beim Filmfestival von Montréal für diese Rolle ausgezeichnet. Mit Huston als Stoller punktet "Playoff" in einem eigentlich verlorenen Spiel.

 

Homepage Wild Bunch

Homepage Amira Casar

Homepage Max Riemelt

Infoseite zum Film

(Flash)

(WMV)

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