Volltextsuche über das Angebot:

15 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
Wahnsinn über den Wolken

Fliegende Liebende Wahnsinn über den Wolken

Pedro Almodóvar lässt hoch im Himmel die Puppen tanzen und macht ein absturzgefährdetes Flugzeug zu einem Hort "Fliegender Liebe".

Voriger Artikel
Pianistin mit Geschichte
Nächster Artikel
„Appassionata“: Doku-Porträt einer Konzertpianistin

Weil ein Absturz droht, werden aus Crew und Passagieren in ihrem Problemjet "Fliegende Liebende".

Quelle: Tobis Film

Liebe und Lust, Leidenschaft und Verlangen: Im Angesicht eines möglichen Absturzes kehren Crew und eine Handvoll Erste-Klasse-Passagiere eines Transatlantikfluges ihr Innerstes nach außen, kramen tief in den Kellern ihrer Seelen und lassen Dämonen frei. Die haben freilich keine Krallen und Hauer, sondern tragen plüschige Samtkostüme. Pedro Almodóvar, Spaniens Chef-Filmemacher, schickt das Chaos auf eine knallbunte Flugreise, in der 90 Minuten lang getanzt, gesoffen und der Libido gefrönt wird. "Fliegende Liebende" ist ein Zirkus der Eitelkeiten, der sich einfach nicht ernst nehmen lassen will.

201331_275590_3_048.jpg

Weil sich das Bodenpersonal (Penélope Cruz, Antonio Banderas) lieber um sich selbst als um die Abfertigung des Fliegers kümmert, geht das Chaos mit auf Reisen.

Zur Bildergalerie

"Alles, was in diesem Film passiert, ist Fiktion und hat keinen Bezug zur Realität", lässt Almodóvar sein Publikum zu Beginn wissen. Sozusagen als Menetekel: Sein Film ist ein Trip im Alkohol-, Drogen- und Sexrausch; eine absurde Ansammlung Almodóvarscher Vignetten, die in ihrer surrealen Grundstimmung entfernt an seine frühen Filme erinnern. Allerdings stehen hier keine Menschen im Mittelpunkt, sondern Kasper.

Nachdem sich Penélope Cruz und Antonio Banderas in einem ganz kurzen Auftritt als Bodenpersonal weniger um die Abfertigung der Maschine kümmern, als vielmehr um sich selbst und ihre Beziehung, gibt es ein Problem mit dem Fahrwerk. Der Flug 2549 von Madrid nach Mexiko City wird zu einem Albtraum in Bonbonfarben: An Bord befinden sich eine Handvoll von Affären geplagte schwule Stewards, zwei Piloten mit sexuellen Orientierungsproblemen, eine Handvoll Passagiere der ersten Klasse, die ebenfalls verschiedene Sorgen im Gepäck haben. Der zweiten Klasse wurde vorsorglich ein Schlafmittel gegen das Economy-Syndrom verabreicht.

Die Passagiere im Wachzustand sind alle irgendwie miteinander verbandelt. Die alternde Edel-Prostituierte schläft mit dem Auftragsmörder, der sie killen soll. Ein Steward hat eine Affäre mit dem glücklich verheirateten Kapitän, ein anderer verführt den Co-Piloten, der dritte ertrinkt im Selbstmitleid, weil er sich ungeliebt fühlt. Er hätte sich mal ein Beispiel an der Hellseherin nehmen sollen, die die riesige Erregung eines schlafenden Passagiers für die Entjungferung nutzt.

Über den Wolken ist man frei, hier ist alles erlaubt. Probleme, Ängste und Sorgen bleiben aber nicht, wie bei Reinhard Mey, darunter verborgen. Im Gegenteil: Almodóvar holt sie in seinem wahnwitzigen Kaleidoskop ans Tageslicht und sinniert über Tabubrüche, sexuelle Orientierung, die Liebe in all ihren Formen. Verstecken kann sich im Angesicht einer Katastrophe und auf dem beengten Raum einer Flugzeugkabine niemand. Das hat durchaus seinen Reiz, wird aber zu überspitzt dargestellt. Den Karikaturen menschlicher Unzulänglichkeiten fehlt die Schärfe, womit sie häufig zu Blödeleien verkommen.

Eine Geschichte gibt's nicht, aber viele Geschichtchen. "Fliegende Liebende" ist eher eine Aneinanderreihung von Merkwürdigkeiten und Albernheiten, die in einer unfassbaren Karaoke-Show gipfeln, in der die Stewards zu den Klängen von "I'm so excited" von den Pointer Sisters über verwaiste Sitze hüpfen. Ein bisschen fremdschämen ist ausdrücklich erlaubt.

Homepage "Fliegende Liebende"

Homepage Tobis

Fanpage Penelope Cruz

Infoseite zum Film

(Flash)

teleschau

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kino
Bilder des Tages 2014-2016

Interessante, schöne, emotionale und schockierende Aufnahmen aus aller Welt - klicken Sie sich durch unsere Bilder des Tages!

Kreuzwort

Auch online wartet täglich ein neues Rätsel auf Sie. Jetzt rätseln!

Sudoku

Bleiben Sie geistig aktiv – mit japanischem Gehirnjogging.

TV-Vorschau

Unsere Kolumne zeigt, wo sich das Einschalten lohnt.

Kinokritik

Kurz und knapp erklärt, ob sich ein neuer Film lohnt oder nicht. 

Termine

Ausstellungen, Theater, Konzerte und mehr in Lübeck und Umgebung.

Karl-May-Spiele

Nachrichten zu den Karl-May-Spiele am Kalkberg in Bad Segeberg.

Tatort-Blitzkritik

Immer sonntags, direkt nach dem Tatort gibt es die Kritik auf LN Online. Reden Sie mit!

Die moderne Frau

Sabine Latzel über Beruf, Familie, Haustiere, Haushalt.