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Wer einmal lügt ...

Layla Fourie Wer einmal lügt ...

Die Regisseurin Pia Marais versucht in "Layla Fourie" mit Hilfe des Psychogramms einer grundehrlichen Frau die Grundstimmung im heutigen Südafrika zu ergründen.

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"Layla Fourie" lief im Wettbewerb der Berlinale.

Quelle: Pandora Film

"Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht", pflegen Eltern seit Generationen ihren Kindern einzutrichtern. Layla Fourie (Rayna Campbell), die Titelheldin aus dem dritten Spielfilm von Pia Marais ("Im Alter von Ellen") nimmt es mit solchen Weisheiten sehr genau. "Eine Lüge führt zur nächsten" versucht die alleinerziehende Mutter aus Johannisburg, der Geburtsstadt der Regisseurin, ihrem kleinen Sohn Kane (Rapule Hendricks) einzubläuen. Dieser Spruch wird sich im Laufe des Paranoia-Thrillers als allzu bittere Weisheit erweisen.

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Um ihren Sohn zu schützen, vertuscht Layla (Rayna Campbell) ein Verbrechen.

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In einem von Angst, Misstrauen und Unsicherheit gekennzeichneten Post-Apartheid-Südafrika versucht Layla also zunächst ihrem Jungen bedingungslose Ehrlichkeit vorzuleben. Konsequenterweise lassen Pia Marais und ihr Drehbuchautor Horst Markgraf die junge Mutter sogar eine Weiterbildung zur Fachfrau für Lügendetektorentests absolvieren. Eine boomende Branche in Südafrika: Private Einrichtungen sind längst dazu übergegangen, potenzielle Angestellte einem solchen Test zu unterziehen.

Doch noch bevor Pia ihren neuen Job in einem Casino antritt, gerät sie in eine existentielle Zwickmühle: Auf der nächtlichen Fahrt zur Arbeit fährt sie einen Mann an, der noch auf dem Weg zum Krankenhaus stirbt. Der kleine Kane, den Layla mangels Babysitter ins Casino mitnehmen wollte, bekommt alles mit. Um Kane das Aufwachsen ohne Mutter zu ersparen, noch dazu bei seinem desinteressierten Vater, entschließt sich Layla sehr schweren Herzens, die Leiche auf einer Müllkippe zu entsorgen. Ihren Sohn muss Layla nun dazu bringen, dieses schreckliche Geheimnis für sich zu bewahren.

Zu diesem Zeitpunkt ist es der Regisseurin bereits gelungen, den Zuschauer in die paranoide Atmosphäre hineinzuziehen, die in Südafrika offensichtlich 20 Jahre nach Ende der Apartheid immer noch herrscht. Das erreicht sie mit klaustrophobischen Bildern von der stets wachsamen Layla, aber auch von Überwachungskameras, mit Stacheldraht bestückte Zäunen und unheimlichen Lichtern nachfolgender Fahrzeuge auf nächtlichen Landstraßen.

Als der Film im Frühjahr bei der Berlinale im Wettbewerb lief, wollte man in ihm schon aufgrund seines hochspannenden Themas einen Anwärter auf einen der Bären sehen. Doch leider verheddert sich Pia Marais im Fortgang der Geschichte selbst in dem Lügengeflecht. Spätestens als ausgerechnet der Stiefsohn des Unfallopfers, Eugene (August Diehl), der Erste ist, den Layla bei ihrem neuen Job mittels Lügendetektor befragen muss, wird die Sache unglaubwürdig.

Im weiteren Verlauf des Psychodramas wird das Publikum Zeuge, wie sich die vor Schreck weitgehend verstummte Layla immer mehr in ihrem Gewissenskonflikt verliert. Marais dokumentarisch anmutende Parabel verkommt dabei zu einem allzu schematischen Lehrstück in Sachen Moral. Nachdem es Pia Marais in der ersten Hälfte des Filmes noch gelang, den Zuschauer zum Nachdenken über das eigene Handeln in scheinbar ausweglosen Situationen anzuregen, fühlt man sich nun ausgerechnet ein wenig betrogen.

Homepage Real Fiction

Homepage Rayna Campbell

Agenturseite August Diehl

Infoseite zum Film

(Flash)

(WMV)

teleschau

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