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18:24 20.02.2019
Kristine Bilkau stellt bei der Lübecker Literaturnacht ihren zweiten Roman, „Eine Liebe, in Gedanken“, vor. Quelle: Luchterhand Verlag
Lübeck

Wir leben in Zeiten der Veränderungen heißt es auf der Seite der Veranstalter – dieses nun auch literarisch zu reflektieren, ist das große Thema der 13. Literaturnacht am Sonnabend in Lübeck, die daher unter dem Motto „Wendezeiten“ steht.

Kristine Bilkau freut sich auf die „wunderbare Salon-Atmosphäre“

Es ist ihr zweiter Besuch bei der Literaturnacht. Sie freue sich sehr darauf, sagt Kristine Bilkau. Die Hamburger Autorin hatte 2015 mit ihrem Debüt „Die Glücklichen“ einen großen Erfolg gefeiert. Am Sonnabend wird sie im (ausverkauften) Haus von Ulrike Meyer-Sura und Sven Sura aus ihrem kürzlich veröffentlichten zweiten Roman lesen. „Ich finde es toll, dass Privatleute ihre Häuser für Lesungen öffnen – da entsteht eine wunderbare Salon-Atmosphäre. Das Publikum ist sehr interessiert und gesprächsfreudig“, sagt Kristine Bilkau. „Ich finde es immer sehr schön, wenn die Leute die Leute Fragen stellen und ihre Gedanken zum Buch mit mir teilen.“

In ihrem jüngsten Werk, „Eine Liebe, in Gedanken“, blickt die Ich-Erzählerin zurück auf das Leben ihrer kürzlich verstorbenen Mutter Antonia, auf deren erste, enttäuschte Liebe. Anhand von Briefen rekonstruiert sie Antonias Beziehung zu dem etwas zögerlichen Edgar, der die Chance ergreift, in Hongkong für seine Firma eine Niederlassung aufzubauen. Sein Versprechen, Antonia nachzuholen, löst er nie ein.

Ihr Schreibimpuls für diesen Roman sein absolut autobiografisch gewesen, sagt die Autorin. „Meine Mutter ist vor einigen Jahren gestorben, und ich habe gemerkt, was für ein Kraftfeld die hinterlassenen Lücken sind; wie rätselhaft die Eltern bleiben, obwohl sie uns doch immer so nah gewesen sind.“ Ihr Buch zeigt den suchenden Blick einer Tochter auf die Mutter als eine junge Frau, die in den frühen 60er Jahren erwachsen wurde. „Eine junge Frau“, sagt Kristine Bilkau, die sich nach Aufbruch, Freiheit, Emanzipation sehnt, aber noch gar keinen Begriff dafür hat und auch nicht den Rückhalt der 68er-Bewegung.

Sie selbst zieht es in diesem Jahr in den Norden: für die Arbeit an ihrem nächsten Roman ins Künstlerhaus Eckernförde, wo sie ein Literaturstipendium für zwei Monate bekommen hat. „Diese Region ist zurzeit auch mein Thema. Mich interessiert der Lebensraum zwischen Großstadt und Dorf – das, was man auch gerne Provinz nennt.“

Annette Hess liest aus ihrem Debütroman „Deutsches Haus“

Autorin Annette Hess

Der Roman:  Frankfurt 1963. Eva, gelernte Dolmetscherin und jüngste Tochter der Wirtsleute Bruhns, steht kurz vor ihrer Verlobung. Unvorhergesehen wird sie gebeten, bei einem Prozess die Zeugenaussagen zu übersetzen. Ihre Eltern sind, wie ihr zukünftiger Verlobter, dagegen: Es ist der erste Auschwitz-Prozess, der in der Stadt vorbereitet wird. Eva, die noch nie etwas von diesem Ort gehört hat, folgt ihrem Gefühl und widersetzt sich ihrer Familie – ohne zu ahnen, dass dieser Jahrhundertprozess nicht nur das Land, sondern auch ihr eigenes Leben unwiderruflich verändern wird.

Die Autorin:  Annette Hess stammt aus Hannover und studierte zunächst Malerei und Innenarchitektur. Sie arbeitete als freie Journalistin, Regieassistentin und Drehbuchlektorin. Bekannt wurde sie durch ihre Fernsehserien Weissensee, Ku’damm 56 und Ku’damm 59. Hess erhielt zahlreiche Auszeichnungen, unter anderem den Grimme-Preis, den Frankfurter Preis der Autoren sowie den Deutschen Fernsehpreis.

Nana Ekvtimishvili präsentiert „Das Birnenfeld“

Der Roman: Der Geschichtslehrer muss sterben, die Kinder sollen über das Birnenfeld in Freiheit rennen – das ist Lelas Plan. Im Internat für geistig behinderte Kinder in Tbilisi hat sie die Rolle der Beschützerin übernommen. Behindert sind die wenigsten, im Stich gelassen, abgehängt sind sie alle. So mörderisch Lelas Hass auf den Lehrer, so schwesterlich ihr Verhältnis zu Irakli. Er will nicht wahrhaben, was Lela längst weiß: Seine Mutter wird nie zurückkehren.

Die Autorin:Nana Ekvtimishvili wurde 1978 in Tbilisi in Georgien geboren, studierte an der Filmhochschule Babelsberg und drehte mit Simon Groß zwei vielfach preisgekrönte Filme: „Die langen hellen Tage“ (2014) und „Meine glückliche Familie“ (2017). Sie lebt in Berlin und in Tbilisi.

Katharina Adler stellt Freuds berühmteste Patientin vor

Der Roman: Die Autorin forscht in der halbfiktionalen Romanbiografie „Ida“ (Rowohlt-Verlag) der Geschichte ihrer Urgroßmutter nach, Ida Bauer, die als "Fall Dora" zu einer der berühmtesten Patientinnen Sigmund Freuds wurde. Dora war das jüdische Mädchen mit der petite hystérie, das es wagte, seine Kur bei Freud vorzeitig zu beenden. Für Katharina Adler war die widerständige Patientin lange nur eine Familien-Anekdote – mal zum Opfer, mal zur Heldin stilisiert. „Nach und nach wuchs in mir der Wunsch, dieses Bild zu ergänzen, aber auch ihm etwas entgegenzusetzen“, sagt die Autorin.

Die Autorin: Katharina Adler wurde 1980 geboren und lebt in München. Sie hat bisher hauptsächlich Drehbücher geschrieben. Den Stoff für "Ida" hat sie ihrer eigenen Familiengeschichte entnommen.

„Die Königin schweigt“ bei Laura Freudenthaler

Der Roman: Fanny ist eine vom Schicksal immer wieder hart getroffene Frau, die ihren Lebensabend alleine verbringt und über alles Vergangene schweigt. Doch in Tagträumen und schlaflosen Nächten kann sie sich der Erinnerungen nicht verwehren und so zieht ihr ganzes Leben an ihr vorbei: beginnend mit der Kindheit auf dem elterlichen Hof in den 1930er Jahren bis nahe an ihren Tod...

Die Autorin: Laura Freudenthaler studierte Germanistik, Philosophie und Gender Studies und lebt in Wien. Für ihren ersten Roman „Die Königin schweigt“ (Droschl Verlag) erhielt sie den Förderpreis zum Bremer Literaturpreis 2018 – der Roman wurde außerdem als bester deutschsprachiger Debütroman beim Festival du premier Roman 2018 in Chambéry ausgezeichnet. Ihr zweiter Roman „Geistergeschichte“ erschien jetzt im Februar.

Alan Schweingrubers „Simona“ erlebt den Anschlag in Nizza

Der Roman: Ausgerechnet während ihres Urlaubes in Nizza passiert es: Die Enge des Appartements, die dauernde Nähe zu Mann und Tochter. Sie muss ausbrechen, allein sein. Doch schon am Ende der ersten Nacht, die sie – mehr aus Versehen – mit einem anderen verbringt, geschieht das Unfassbare: „während die Rezeptionistin anfing, die Terrasse zu schmücken, betätigte ein Mann den Anlasser des 19 Tonnen schweren Lastwagens...“ Und obwohl Simonas Mann und Kind beim Terroranschlag jenes 14. Juli 2016 verschont bleiben, ist ihr Leben nicht mehr das, was es mal war.

Der Autor:Der Schweizer Journalist Alan Schweingruber (46) machte zunächst eine kaufmännische Ausbildung und lebte einige Zeit in Spanien und Frankreich, bis er eine Anstellung bei verschiedenen Schweizer Tageszeitungen und Magazinen fand und 2018 im Rahmen der Fußball-WM das Schweizer Nationalteam als Sportreporter begleitete. Die in „Simona“ geschilderten Ereignisse entspringen teils den eigenen Erfahrungen des Autors.

Maike Wetzel geht auf die Suche nach „Elly“

Der Roman: Elly ist weg. Eines Tages verschwindet die Elfjährige spurlos aus dem Leben ihrer Familie. Ihre Eltern und ihre ältere Schwester bleiben zurück und versuchen, trotz des Verlustes, weiterzumachen. Doch die Drei können nicht loslassen, Elly bleibt allgegenwärtig, in Gedanken, Taten – und Schuldgefühlen.

Die Autorin: Maike Wetzel studierte Regie an der Münchner Filmhochschule sowie in Großbritannien und realisierte als Regisseurin und Drehbuchautorin mehrere Kurzfilme und Reportagen. Die 44-Jährige lebt in Berlin.

Fast alle Lesungen ausverkauft

Auch die 13. Literaturnacht bleibt eine reine Privatinitiative, getragen vom Verein Große Kiesau Literaturnacht e.V.“ unter der künstlerischen Leitung von Reinhard Göber.

Fast alle Lesungen sind ausverkauft. Restkarten gibt es in den Buchhandlungen Langenkamp, Beckergrube 19, und maKULaTUR, Hüxstraße 87.

Einlass ist in allen Häusern am Sonnabend ab 19 Uhr. Alle Veranstaltungen finden zeitgleich ab 19.30 Uhr statt. Um die Veranstaltungen nicht zu stören, ist ein Einlass danach nicht mehr möglich.

Nach Ende der Veranstaltung gibt es die Möglichkeit, ab 21.30 Uhr im Restaurant „Die Zimberei“, Königstraße 5-7, zusammen zu kommen und sich untereinander auszutauschen.

taf / ley

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