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500 Bilder auf 25 Quadratmetern

Lübeck 500 Bilder auf 25 Quadratmetern

Die Kunst des Sehens – Die Zeichner Oliver Bieber und Bernd Rose stellen in der Galerie Siebert aus.

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Viel Kunst auf engem Raum: Die Zeichner Bernd Rose (l.) und Oliver Bieber präsentieren in der Galerie Siebert neue Arbeiten. FOTO: ULF-KERSTEN NEELSEN

Lübeck. Der Titel der Ausstellung lässt Opulenz erwarten. In der Tat hat die Schau „Beiläufiges, Kostbares, Skizzen, Studien, Überfluss, verschwenderische Fülle“ etwas Überbordendes. Dabei benötigt sie nicht viel Raum. In der Galerie Frank Siebert zeigen die beiden Zeichner Oliver Bieber und Bernd Rose Stillleben, Theaterfiguren, Selbstbildnisse, Porträts. Zu sehen sind 75 neue Arbeiten an den Wänden und viele weitere in Ordnern – insgesamt fast 500 Werke auf nur 25 Quadratmetern.

Dass Künstler ein Duo bilden, gibt es nicht alle Tage. Oliver Bieber und Bernd Rose, die sich am Johanneum in Lübeck kennenlernten, wo der eine Kunsterzieher war und Schüler der andere, treffen sich häufig, um gemeinsam zu zeichnen und um sich auszutauschen.

Die Schneebeere als Motiv gehört Bernd Rose (Jahrgang 1942) ganz allein. Mit Federtusche, Bleistift, feinem Öl und Ei-Tempera hat er sie auf Papier oder Karton porträtiert. Zweige, Muscheln leisten ihnen Gesellschaft, oder auch mal ein Schweinskopf. Einige dieser Beeren befinden sich auf der Höhe ihrer Existenz, weiß, fest und prall machen sie ihrem Beinamen „Knallerbsen“ alle Ehre. Andere sind schon ein wenig verschrumpelt. „Zeichnen heißt sehen“, sagt Rose. Seine Bilder nennt er Schneebeeren-Porträts, denn „das sind alles Individualisten“. Mit seinen Dutzenden Schneebeeren-Bildern schließt er auch eine Lücke in der Geschichte der Kunst. „Alles gibt es auf Stillleben“, sagt er – nur die Schneebeere bisher nicht.

Oliver Bieber, 1967 in Lübeck geboren und inzwischen in Berlin zu Hause, ist im Hauptberuf Buchautor, -illustrator und -verleger. In der Ausstellung präsentiert er Zeichnungen von Theaterfiguren und Porträts seines Ehemannes, des brasilianischen Sängers Edson Cordeiro. Es sind keine idealisierten Bilder, sondern solche, die von Anstrengung oder auch Müdigkeit zeugen.

Am Berliner Busbahnhof entstanden anrührende Zeichnungen von Menschen , die sich dort zur Ruhe gelegt haben. „Ich zeichne, wo ich gehe und stehe“, sagt Bieber. Das sei für ihn lebenswichtig. Ein Satz von Max Beckmann auf der Einladungskarte hebt hervor, wie wichtig beiden Künstlern ihre Tätigkeit ist: „Zeichnen sichert vor Tod und Gefahr.“ liz

Zu sehen bis Freitag, 23. Dezember, Große Burgstraße 39. Mi bis Fr von 17 bis 19 Uhr, Sa von 12 bis 14 Uhr.

LN

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