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Kultur im Norden Alan Rickman ist tot — er war Professor Snape
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19:20 14.01.2016
Theater- und Filmschauspieler sowie Regisseur: Alan Rickman.

Es ist eine der schrecklichsten und anrührendsten Szenen in den „Harry Potter“-Filmen, kurz vor dem Finale: Der böse Voldemort lässt seinen Spion Severus Snape tödlich verwundet zurück. Er glaubt, der Zauberer stünde zwischen ihm und der ultimativen Macht. Er glaubt auch, Snape sei im treu ergeben. Doch kurz vor seinem Tod teilt Snape einige seiner persönlichsten Erinnerungen mit Harry — der Schlüssel zu Voldemorts Untergang. „Sieh mich an“, haucht der Sterbende Harry zu. Der Junge hat die Augen seiner Mutter — jener Frau, die Snape noch immer liebt. Dann verstummt er. Nun hat es Alan Rickman seiner Rolle gleichgetan und sich von der Welt verabschiedet. Gestern verlor er den Kampf gegen den Krebs.

Im Februar 1946 in London geboren, wuchs der Brite in bescheidenen Verhältnissen auf, verlor als Achtjähriger seinen Vater. Er interessierte sich für Grafikdesign, später für Theater. Nach ersten Erfolgen auf der Theaterbühne — so spielte er in Henrik Ibsens „John Gabriel Borkman“ sowie neben Helen Mirren in „Cleopatra“ — gab er 1988 sein Filmdebüt als dämonischer Gegenspieler von Bruce Willis in „Stirb langsam“.

Im Weihnachtsfilm „Tatsächlich Liebe“ war er der von Heike Makatsch verführte Ehemann , in Jane Austens „Sinn und Sinnlichkeit“ der zurückhaltende, von Kate Winslet zunächst verschmähte Colonel. Für seine Rolle als sadistischer Sheriff von Nottingham in „Robin Hood — König der Diebe” wurde Rickman mit dem britischen Filmpreis Bafta ausgezeichnet, für seine Hauptrolle in der Fernsehserie „Rasputin“ mit dem Golden Globe.

Er war Darsteller, Sprecher, Regisseur und Drehbuchautor. Im „Texas“-Musikvideo „In demand“ sieht man ihn Tango tanzen. Erst letztes Jahr heiratete er seine langjährige Partnerin Rima Horton — nach 50 Jahren Beziehung. Ein interessanter Mensch, ein faszinierender und wandelbarer Schauspieler. Wenn Rickman mit seiner samtenen Stimme den Bösewicht spielte, war man plötzlich nicht mehr für die Guten. Für keine Rolle traf das mehr zu als für die des schwarzhaarigen Tränkemeisters. Düsterer Blick, wehende Roben, viele Geheimnisse. „Ist Snape wirklich böse?“, fragten sich Millionen Zuschauer bei den Verfilmungen der Zauberergeschichten von J.K. Rowling. Am Ende ist er ein Held, der in den Erinnerungen von Harry & Co. lebendig bleibt. Auch Alan Rickman lebt weiter in jedem Film, in jedem seiner Charaktere. Als Schulleiter Dumbledore von Snapes nicht endender Liebe zu Harrys toter Mutter erfährt, fragt er erstaunt: „Nach all den Jahren?“ Snapes Antwort: „Immer.“ Vielleicht hört eines Tages ein Rickman-Fan diese Frage. Bestimmt gibt er dieselbe Antwort: „Immer.“

Es ist nicht in Worten auszudrücken, wie schockiert und am Boden zerstört
ich bin.“ „Harry Potter“-Autorin J.K. Rowling
trauert um Alan Rickman.

Nina Gottschalk

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