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Kultur im Norden Vom Wachsen und Werden
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15:17 01.11.2018
Alba August verkörpert Astrid Lindgren, die als junge, ledige Mutter Verantwortung für ihren Sohn übernimmt. Quelle: Erik Molberg Hansen/DCM
Lübeck

Wie nähert man sich einer Ikone? Wie erzählt man von einem Menschen, der selbst als die große Erzählerin Schwedens verehrt und geliebt wird? Die dänische Regisseurin Pernille Fischer Christensen hat es gewagt – und der legendären Astrid Lindgren mit ihrem Biopic „Becoming Astrid“ ein filmisches Denkmal gesetzt. Der Film mit Alba August in der Hauptrolle läuft in der Reihe Specials der Nordischen Filmtage und kommt am Nikolaustag unter dem Titel „Astrid“ in die deutschen Kinos.

Pernille Fischer Christensen hat für ihr Lindgren-Porträt einen begrenzten Ausschnitt aus dem Leben der berühmten Kinderbuchautorin gewählt. Sie zeigt, wie aus der Heranwachsenden, einem aufgeweckten, begabten und eigenwilligen Mädchen, gegen viele Widerstände eine starke und eigenständige Frau wird. Und sie hat dafür eine Schauspielerin gefunden, die tief in die Persönlichkeit der jungen Astrid Lindgren eintaucht und mit ihrer unglaublich beeindruckenden Darstellung den gesamten Film trägt – eine lebendigere Astrid hätte die Regisseurin kaum finden können. Alba August hat sich damit nachdrücklich und international für das ganz große Kino beworben.

Großes Erzählkino ist auch dieser unaufdringlich und leise inszenierte Film. Er beginnt und endet mit einem Geburtstag Astrid Lindgrens in ihren späten Lebensjahren. Die Autorin öffnet Briefe, Zeichnungen und Glückwünsche, die Kinder aus aller Welt zu ihrem Geburtstag geschickt haben, darunter auch die Kassette einer Schulklasse. Die Kinder stellen Fragen, und Astrid erinnert sich: An ihre erste Stelle bei der örtlichen Zeitung, an Redakteur Blomberg, mit dem sie die Liebe entdeckt und der sie schwängert. Wie sie den elterlichen Hof verlässt, um die Schwangerschaft nicht öffentlich werden zu lassen, das Kind, Lasse, in die Hände einer Pflegemutter nach Dänemark gibt. Die Sehnsucht nach ihrem Sohn, die Schuldgefühle und schließlich der Entschluss, ihn zu sich zu holen und selbst für ihn zu sorgen. Alba August macht dieses charakterliche Reifen, den Mut und die Unabhängigkeit dieser jungen Lindgren zu einem Ereignis. Am Ende singen die Kinder auf der Kassette für Astrid Lindgren: „Springe, du musst springen! Durch den Tod in das Leben, durch die Dunkelheit ins Licht. Pass’ auf, dass du wirklich lebst!“

Alba August im Interview mit den Lübecker Nachrichten: http://www.ln-online.de/Nachrichten/Kultur/Kultur-im-Norden/Nordische-Filmtage-Alba-August-im-Interview

Regine Ley

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