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„Alles ist besser als gedacht“

Lübeck „Alles ist besser als gedacht“

SHMF-Intendant Christian Kuhnt stellte sich in St. Jakobi Fragen zum Lübecker Musikbetrieb.

Lübeck. Lübeck. „KONText – Kulturgespräche in St. Jakobi" heißt eine neue Veranstaltungsreihe, die etwa dreimal im Jahr stattfinden soll. Aktuelle Fragen des Musikbetriebes in Lübeck standen im Mittelpunkt des Auftaktgespräches. Theaterdirektor Christian Schwandt fehlte aus privaten Gründen, so wurde es ein Dialog zwischen LN-Redakteur Jürgen Feldhoff als Moderator und seinem Gast, SHMF-Intendant Christian Kuhnt.

 

LN-Bild

Christian Kuhnt geht voller Optimismus in die neue SHMF-Saison, die am 2. Juli beginnt.

Quelle: Nickolaus

Thema der ersten Runde war der geschlossene Konzertsaal der MuK. Spannende Frage zu Beginn „Wie wollen Sie das Festival in der Rotunde stimmungsvoll eröffnen?“ Kuhnt erklärte die Rotunde in der MuK kurzerhand zur „Ambiente- Spielstätte“. Natürlich gebe es Einnahmeausfälle, räumte der SHMF-Chef ein. „Einen höheren sechsstelligen Betrag“, den man durch eine Rücklage decken könne. Falls der Konzertsaal auch im kommenden Jahr nicht zur Verfügung stünde, würde es aber kritisch. Für die MuK selbst wäre es ein Desaster, unterstrich Kuhnt. Der Intendant beklagte, dass die Bürgerschaft vor einer Entscheidung zwei Monate verstreichen ließ. Aber: „Alle Verantwortlichen haben uns versichert, dass der Saal im Sommer 2017 wieder zur Verfügung steht.“

Ein weiteres Thema war die Hamburger Elbphilharmonie, die im Januar eröffnet werden soll. Muss nicht befürchtet werden, dass sie gerade jetzt größere Gruppen von Musikfreunden abzieht? Kuhnt hielt dagegen: „Wir können nur profitieren von einem Haus, das Menschen begeistert. Wir müssen selber so gut sein, dass man sagt: Dort gehen wir auch hin!“ Er könne sich auch gut vorstellen, dass das SHMF in die Elbphilharmonie geht. Daneben aber biete Schleswig-Holstein viele noch zu entdeckende originelle und wunderbare Spielstätten.

Man sollte sich auch oder verstärkt an die Jugend wenden, wurde aus dem Publikum angemahnt. Kuhnt: „Ich werde die Altersgruppen nicht gegeneinander ausspielen. Seit Jahrzehnten wird gesagt, das Konzertpublikum stirbt aus. Es stimmt nicht. Bei den Musikfesten auf dem Lande haben wir drei Generationen, und auch das Alter ist ein nachwachsender Rohstoff.“

„Also ist alles gut so, wie es ist?“ Die Antwort: „Nein, sondern alles ist besser als gedacht.“

Erlesener Musikgenuss begleitete den Abend. Die Chöre der Hochschule sangen unter Leitung von Kerstin Behnke Liedsätze von Hugo Distler sowie geistliche und weltliche Kompositionen von Benjamin Britten. Arvid Gast war an der großen Orgel zu erleben. Eine weitere Zwischenaktmusik lieferte Franz Danksagmüller, eine eigene Improvisation unter dem Stichwort „Flowers of Evil“ auf der Stellwagenorgel.

Das nächste Kulturgespräch in St. Jakobi ist für den 3. November geplant.

kd

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