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Alles schaut auf die großen Namen

Maastricht Alles schaut auf die großen Namen

. Gérard J. Corboud  ist ohne Zweifel vermögend, sonst hätte er im Laufe seines Lebens kaum Meisterwerke von Claude Monet, Paul Gauguin oder Auguste Renoir erstehen können.

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Picasso-Versteigerung im Auktionshaus Christie‘s in New York.

Quelle: AFP

Maastricht. . Gérard J. Corboud  ist ohne Zweifel vermögend, sonst hätte er im Laufe seines Lebens kaum Meisterwerke von Claude Monet, Paul Gauguin oder Auguste Renoir erstehen können. Doch schon seit geraumer Zeit sieht sich der 90 Jahre alte Schweizer außerstande, seine Sammlung noch zu erweitern: „Nicht mehr zu bezahlen“, sagt er. Die Preise für Spitzenwerke sind explodiert.

Der Grund dafür ist, dass die Superreichen die Kunst als Geldanlage entdeckt haben. Für sie haben Gemälde keine andere Funktion als Aktien oder Immobilien. Gefragt sind bei ihnen allerdings nur Werke von weltberühmten Top-Künstlern — denn bei denen kann man ziemlich sicher sein, dass die Preise weiter steigen werden. Gemälde von Gerhard Richter zum Beispiel gelten als  sichere Bank.

Das Spitzensegment dominiert inzwischen den gesamten Kunstmarkt. Weniger als ein Prozent aller im vergangenen Jahr versteigerten Kunstwerke erzielten Preise von mehr als einer Million Dollar — und doch wurde mit ihnen mehr als die Hälfte (57 Prozent) des gesamten Auktionsumsatzes von 63 Milliarden Dollar erzielt. 2014 betrug der weltweite Umsatz noch 68 Milliarden Dollar. In den zehn Jahren bis 2015 hat sich der Umsatz in dieser Top-Sparte  um 1000 Prozent gesteigert. Dabei geht es lediglich um ein paar Dutzend Namen. Es zählen nur die Top-Stars. Das zeigt der neue „Art Market Report“ der Kunstmesse Tefaf in Maastricht einmal mehr.  

Das größte Marktsegment ist Nachkriegskunst und zeitgenössische Kunst. Der bestverkaufte Künstler war hier Andy Warhol. Bei Werken der klassischen Moderne führte Picasso. Sein Gemälde „Les femmes d'Alger“ hatte 2015 einen Rekordpreis von 179 Millionen Dollar erzielt. Mit dem ganz normalen Kunstbetrieb hat das schon lange nichts mehr zu tun. 90 Prozent aller versteigerten Kunstwerke erbrachten 2015 zum Beispiel weniger als 50000 Dollar, doch machten sie zusammen nur zwölf Prozent des Umsatzes aus. Da sie meist von unbekannten Künstlern stammen, sind sie für die Superreichen uninteressant.

LN

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