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Kultur im Norden Als Lübeck Kunstmetropole war
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18:19 17.10.2015
Jörg Rosenfeld (l.) und Jan Richter sind promovierte Kunsthistoriker und Experten für Lübecks Schätze. Quelle: Roeßler

Die Kuratoren der aktuellen Ausstellung mit mittelalterlicher Sakralkunst im Lübecker Museumsquartier St. Annen, Jörg Rosenfeld und Jan Richter, präsentieren in einer LN-Serie ihre bedeutendsten Exponate. Es beginnt Jan Richter mit einem Überblick über das Projekt „Lübeck 1500“.

Die Jubiläumsausstellung des St. Annen-Museums feiert nicht allein den doppelten Geburtstag eines Hauses — 100 Jahre Museum und 500jährige Klosterweihe —, sondern auch die Kunst einer ganzen Epoche. Lübeck als Königin der Hanse war im späten Mittelalter eine der bedeutendsten Kunstmetropolen des Ostseeraums.

Das lässt sich an keinem Ort so gut nachvollziehen wie in den altehrwürdigen Mauern des Museums. Kernstück der Sammlung ist die deutschlandweit einzigartige Fülle vollständig erhaltener Altaraufsätze, die erahnen lässt, wie prächtig die Ausstattung der mittelalterlichen Kirchen einst gewesen sein muss.

Die Jubiläumsausstellung ist der Bedeutung dieser Sammlung gewidmet und zwar als gesamtstädtisches Projekt. Denn nicht nur hier, sondern auch an ihrem ursprünglichen Standort ist vieles an mittelalterlicher Kunst in Lübeck erhalten geblieben. Die großzügige Beteiligung der Innenstadtkirchen bietet die einzigartige Gelegenheit, die Werke in einem Kontext zu erfahren, dessen kulturhistorische Hintergründe im Museum beleuchtet werden.

Aber die Lübecker Kunst strahlte im Spätmittelalter auch weit über die Stadtgrenzen hinaus. Als zentraler Umschlagsplatz eines riesigen Handelsnetzes bot sich hier jede Möglichkeit für weitreichende Aufträge. Kunst aus Lübeck lässt sich weit über den Ostseeraum hinaus nachweisen, in einem Gebiet, das von Island bis Nowgorod reicht. Die Jubiläumsausstellung demonstriert dies mit einer Reihe von internationalen Leihgaben, die von denselben Künstlern angefertigt wurden, deren Werke sich in auch Lübeck erhalten haben.

Spätestens hier wird deutlich, dass die stadtgeschichtliche Sammlung des St. Annen-Museums von internationaler Bedeutung ist. Und das gilt nicht allein für ihren Schwerpunkt, den für die Altaraufsätze angefertigten Skulpturen und Malereien, sondern auch für die Goldschmiedekunst und den Buchdruck.

„Lübeck 1500“ präsentiert die Hansestadt als Kunst- und Kulturmetropole in der Gesamtheit dessen, was hier angefertigt, aber auch dem, was von außerhalb hierhin bestellt wurde. Wir werden Ihnen in den nächsten Wochen einige Highlights unter diesen Stücken vorstellen.

• Weitere Informationen:

www.luebeck1500.de. Die Ausstellung ist bis 10. Januar zu sehen. Heute findet eine Führung durch die Jahrhundertausstellung statt, Beginn: 11.30 Uhr.



Serie
Lübeck 1500
Teil I

LN

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