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Kultur im Norden „Alte Schätze wieder entdecken“, sagt Julia Bock
Nachrichten Kultur Kultur im Norden „Alte Schätze wieder entdecken“, sagt Julia Bock
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18:27 12.11.2016

Wenn graues Herbstwinterwetter im November herrscht, wissen viele Leute nichts mit sich anzufangen, aber ich bin dann am liebsten kreativ. Gern nutze ich verregnete, graue Wochenenden, um zu nähen, Modeschmuck herzustellen oder Geschenkkarten zu basteln. Mit einem rechtzeitigen Vorrat an liebevoll gestalteten, kleinen Dingen für Freunde und Familie verfalle ich im Dezember dann auch nicht in den Vorweihnachtsstress und kann die Adventszeit richtig genießen – nur zu empfehlen! Große Freude ernte ich auch immer mit selbstgestalteten Adventskalendern, und nicht nur bei den Kleinen.

Julia Bock (35) ist promovierte Kunsthistorikerin und arbeitet für die Lübecker Museen im Bereich Personal und Vermittlung. Die Dortmunderin hat in Göttingen studiert und wünscht sich, dass jeder Lübecker mindestens eines der Museen besichtigt, um die Stadt besser kennenzulernen. Quelle: Lutz Roeßler

Herbstzeit ist auch Lesezeit – ich werde dann immer nostalgisch und hole die Lieblingsbücher meiner Kindheit hervor, die mir mein Vater früher vor dem Kamin sitzend vorgelesen hat. Klassiker wie „Die Schatzinsel“ von Robert Louis Stevenson oder die fantastischen Romane von Jules Verne wie „20.000 Meilen unter den Meeren“ oder weniger Bekanntes, aber nicht minder Großartiges wie „Der Stahlelefant“ entfalten dann wieder ihren ungebrochenen Zauber.

Genau wie bei Büchern greife ich im Herbst gern in die Mottenkiste, wenn es um Filme geht. Unvermeidliches Pflichtprogramm vor und zu Weihnachten ist natürlich „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“, aber zur Einstimmung können es dann auch gern klassische Sandalenschinken wie „Ben Hur“ oder „Quo Vadis“ sein – unverwüstliche Schätze, denen selbst modernste Computertechnik nicht das Wasser reichen kann.

Apropos Schätze entdecken: waren Sie mal auf Zeitreise im St. Annen-Museum? Auf wundervollen Schnitzaltären wird das ganze Mittelalter lebendig, und prächtige historische Gewänder, Möbel und eine ganze Wunderkammer im Schrank erzählen ihre eigenen Geschichten. Ich habe dort beruflich wie privat endlose Stunden verbracht und doch noch immer nicht alles gesehen.

Vor die Tür locken kann mich diesen Winter auch das Theater Lübeck mit dem Musical „Sunset Boulevard“ mit Musik von Andrew Lloyd Webber. Zur Einstimmung wird vorher noch einmal die alte Filmvorlage „Boulevard der Dämmerung“ von Billy Wilder gesehen.

Aber natürlich läuft nicht alles rückwärts gerichtet bei mir, ganz im Gegenteil! In der Museumsarbeit wird lange im Voraus geplant, und so werden meine Kollegen und ich demnächst im Licht der ersten Adventskerzen die Planung für den nächsten Sommer fortsetzen – die Hansestadt Lübeck, schließlich ein einziges großes Schatzkästchen, ist im kommenden Jahr immerhin bereits seit 30 Jahren Unesco-Welterbe.

LN

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