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Am Lido beginnt die Löwenjagd

Venedig Am Lido beginnt die Löwenjagd

Das Filmfestival in Venedig wartet mit einem der stärksten Filmprogramme der vergangenen Jahre auf.

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Ryan Gosling als Sebastian und Emma Stone als Mia im Film „La La Land“, der die Filmfestspiele in Venedig eröffnen wird.

Quelle: dpa

Venedig. Zumindest am Anfang dieser 73. Filmfestspiele von Venedig wird sich die Aufmerksamkeit etwas weniger auf den üblichen Auftrieb der Stars und Sternchen richten. Aus Respekt vor den Erdbebenopfern in Mittelitalien fällt die Party aus. Das Filmprogramm steht im Mittelpunkt. Und das verspricht eines der stärksten der letzten Jahre zu werden. Die Auflistung der namhaften Regisseure und Schauspieler verspricht eine Kette von Highlights im Wettbewerb um die Löwen.

Zu den Filmen, auf die man wartet, gehört das neue Werk von Wim Wenders, „The Beautiful Days of Aranjuez“. Wenders hat diesmal mit französischen Schauspielern (Reda Kateb, Sophie Semin) gedreht und das Drehbuch wie einst beim „Himmel über Berlin“ zusammen mit Schriftsteller Peter Handke verfasst. Das 3-D-Format wendet er gegen die Konvention für ein eher statisches Beziehungsdrama an, ein Gespräch zwischen einem Mann und einer Frau.

Statt mit neuen Formaten experimentiert der französische Regisseur François Ozon mit alten: Sein Drama „Frantz“ handelt von einer Familie im Spannungsfeld der feindlichen deutsch-französischen Beziehungen nach dem Ersten Weltkrieg. Ozon hat den Großteil des Films in Schwarzweiß gedreht. Neuland betritt dagegen der Kanadier Denis Villeneuve, der es mit seinem letztjährigen Drogenkriegsfilm „Sicario“ auf drei Oscar-Nominierungen brachte. Mit „Arrival“ präsentiert er nun seinen ersten Science-Fiction-Film. Darin spielt Amy Adams eine Sprachwissenschaftlerin, die die Kommunikation zu gelandeten Außerirdischen ermöglichen soll. Der Chilene Pablo Larraín steuert am Lido die Jaqueline-Kennedy-Biografie „Jackie“ bei.

Natalie Portman spielt die Titelrolle – wofür ihr bereits Oscar- Chancen eingeräumt werden.

Tatsächlich hat hat sich Venedig in den vergangenen Jahren als ideales Sprungbrett für Filme mit Oscar-Ambitionen erwiesen. Schließlich feierte mit „Spotlight“ und „Birdman“ zwei Jahre in Folge der spätere Oscargewinner seine Premiere hier. Auch der Eröffnungsfilm von 2013, Alfonso Cuaróns „Gravity“, schnitt mit zehn Nominierungen gut ab. Kein Wunder, dass es „Mostra“-Direktor Alberto Barbera gelungen ist, wieder einige der interessantesten Regisseure nach Venedig zu locken. Bereits als heißer Oscarfavorit wird der Eröffnungsfilm „La La Land“ gehandelt, der das Remake eines ganzen Genres sein möchte: des Musicals.

Das 73. Filmfestival von Venedig läuft vom 31. August bis zum 10. September. Abschlussfilm wird Antoine Fuquas Neuversion des Westerns „Die glorreichen Sieben“ sein, mit Denzel Washington in der Yul-Brynner-Rolle.

LN

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