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Angst und Ängste — ein urdeutsches Phänomen

Lübeck Angst und Ängste — ein urdeutsches Phänomen

Der Spielclub 2 des Theaters Lübeck widmet sich dem Begriff „German Angst“.

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Regisseurin Maren Wegner (hinten links) neben ihren Nachwuchsschauspielern Josha Bul und Lea Geiser, vorne v. l.: Torben Appel, Leonie Kratzenstein und Liv Stapelfeldt.

Quelle: Lutz Roeßler

Lübeck. Wirtschaftskrise, Vogelgrippe, Kernkraftwerke oder Flüchtlingsproblematik: Eigentlich haben wir Deutschen vor fast allem Angst. „Ein urdeutsches Phänomen, über das man im Ausland schmunzelt“, meint Maren Wegner. Mit dem Spielclub 2 bringt die Regisseurin den Begriff „German Angst“ nun auf die Bühne des Lübecker Theaters. Mit Musik, Tanz, Schauspiel und Vorträgen haben die zwölf Jugendlichen einen Theaterabend gestaltet, der nicht nur ernst, sondern stellenweise auch witzig und ironisch ist.

„Angst spielt sowohl eine gesellschaftliche als auch eine persönliche Rolle. Das macht den Begriff spannend“, findet Maren Wegner. Die Ideen für das Projekt stammen vor allem von den Jugendlichen selbst. „Wir haben überlegt, wovor wir eigentlich Angst haben“, erzählt Torben Appel (20), „viele in unserer Gruppe machen bald Abi und machen sich Sorgen um ihre Zukunft.“

Die zwölf jungen Schauspieler berichten, sie hätten während der Arbeit an ihrem Stück auch viel über sich selbst gelernt. „Zum Beispiel, dass die Angst vor der Angst auch eine wichtige Rolle spielt“, sagt Liv Stapelfeldt (18), „oft entstehen Ängste erst, weil man zu viel darüber nachdenkt.“

Aus ihren Ideen ist eine bunte Collage entstanden. Mal gibt es selbstgeschriebene oder vorgelesene Gedichte, dann gehört die Bühne den Tänzern und Musikern, auch einen Chor haben die Jugendlichen gebildet. „Wir wollen dieses schwere Thema immer wieder auflockern. Es wird manches geben, über das man schmunzeln kann“, verspricht Maren Wegner.

Auf die Flüchtlingsproblematik gehen die Jugendlichen dabei ganz bewusst nicht ein. Und das, obwohl sie eine Straßenumfrage gemacht haben, bei der diese Sorgen am häufigsten geäußert wurden. „Das Thema ist einfach zu aktuell für uns, es verändert sich jeden Tag etwas“, sagt Liv Stapelfeldt.

Stattdessen spielen sie lieber mit der hin und wieder übertriebenen Angst der Deutschen. Und sie wollen zeigen, dass Angst nicht immer etwas Schlechtes ist. „Manchmal bringt sie einen auch weiter und hat viel Positives“, sagt Maren Wegner. mwe

Premiere: heute um 19 Uhr im Jungen Studio des Theaters Lübeck.

LN

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