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Kultur im Norden Ansichten des Winston Churchill
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18:12 13.01.2017
Die Hamburger Schauspielerin Barbara Nüsse bei der Lesung aus Werken von Winston Churchill im Günter Grass Haus. Quelle: Foto: Dirk Silz

Lübeck. „Einige Experimente mit dem Malkasten der Kinder an einem Sonntag auf dem Land brachten mich dazu, mir am nächsten Morgen eine komplette Ausrüstung für die Malerei zu besorgen . . .“ Winston Churchills erste Malversuche datieren aus dem Jahr 1915, zu sehen sind etliche seiner inzwischen millionenschweren Gemälde im Lübecker Günter Grass-Haus. Begleitend zur Ausstellung lasen die Schauspieler Barbara Nüsse und André Szymanski, beide vom Thalia Theater Hamburg, aus Werken des britischen Staatsmannes.

Dabei ging es nicht zur um Reflexionen zur Malerei, zu der Churchill eher durch Zufall kam: Der 41-Jährige musste als Marineminister abdanken und sah in der Malerei eine Ablenkung. In seinem Buch „Kreuzzug gegen das Reich des Mahdi“ beschreibt Churchill 1899 den Islam erstmals als radikale politische Kraft. Sein einziger Roman „Savrola“ aus dem Jahr 1900 erzählt von einem jungen, leidenschaftlichen Revolutionär, in dem man unschwer den Autor selbst erkennen kann („Ehrgeiz war seine Triebfeder“). Es folgten Auszüge aus Churchills Essay vom Leben und Malen, seinem Hauptwerk „Der Zweite Weltkrieg“ und einer Rede in Zürich, in der er 1946 die Vision „einer Art Vereinigte Staaten von Europa“ entwarf.

Museumsleiter Jörg-Philipp Thomsa kommentierte jeden Text kurz und ordnete ihn ein, und so entstand für die rund 50 Zuhörer ein komplexes Bild des Staatsmannes, Schriftstellers, Malers und Menschen Sir Winston Churchill. Texte von Heinrich und Thomas Mann über Churchill rundeten den Abend ab. So notierte Thomas Mann 1953 im Tagebuch: „Churchill erhält den Literaturnobelpreis. Einverstanden.“

Petra Haase

Am Dienstag, 31. Januar, spricht Jürgen Feldhoff von den Lübecker Nachrichten um 19 Uhr über den Krieger Winston Churchill. Die Ausstellung läuft noch bis zum 12. Februar 2017.

LN

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