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Ansturm auf Christos schwimmende Stege

Sulzano Ansturm auf Christos schwimmende Stege

Am Iseo-See stauen sich die Massen vor der Installation des 81-jährigen Künstlers.

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Wandeln über den Wassern des Iseo-Sees: Erwartet werden bis zu eine Million Besucher bei der Installation von Christo.

Quelle: AFP

Sulzano. . Auch gut eine Woche nach der Eröffnung von Christos schwimmenden Stegen in Norditalien müssen Besucher der riesigen Installation eine Menge Geduld mitbringen. Schon der Weg zum Iseo-See in der Nähe von Brescia ist angesichts des Besucheransturms eine Herausforderung, wechselhaftes Wetter sorgte zudem mehrfach für eine Schließung des Kunstwerks.

Christo (81) und sein Team haben drei Kilometer lange Stege vom Ort Sulzano auf die vorgelagerte Insel Monte Isola und von dort zu dem kleineren Eiland San Paolo verlegt. Sie sind aus 220

000 Schwimmwürfeln zusammengesetzt und mit einem leuchtend gelben Stoff bezogen, der in Lübeck genäht wurde. Dies soll das Gefühl geben, über Wasser zu wandeln.

Nach besonders hohen Temperaturen zuletzt wurde an diesem Wochenende wieder schlechteres Wetter erwartet, auch heftige Gewitter. Daher könnte es sein, dass die „Floating Piers“

vorübergehend ganz oder teilweise geschlossen würden.

Vorgesehen war ursprünglich, dass die Installation auch während der Nacht zugänglich ist. Weil aber gerade auf Monte Isola die Folgen des Besucherandrangs nachts beseitigt werden müssten, habe man gemeinsam mit den Verantwortlichen der Insel entschieden, den Zugang zu den Stegen um 22 Uhr zu schließen. Demnach müssen die Besucher nach der Schließung die Installation bis Mitternacht verlassen haben. Morgens um 6 Uhr werden die Stege dann wieder geöffnet. Auch der auf den Stegen verlegte Stoff war seit Eröffnung in Mitleidenschaft gezogen worden und musste ausgebessert werden.

Lange Schlangen gibt es aber nicht nur vor Ort. Auch bei der Anreise ist mitunter Geduld gefragt: Insbesondere im Bahnverkehr rund um Brescia, der nächstgrößeren Stadt, ist der Andrang weiter riesig. Die zuständige Bahngesellschaft Trenord wies vorsorglich darauf hin, dass die Strecke zu dem Kunstwerk am Iseo-See trotz einer Streikankündigung in der Region nicht betroffen sei. Einen derartigen Ansturm hat der malerische, aber außerhalb Italiens nur wenig bekannte Iseo-See bislang noch nicht erlebt. Er stand immer im Schatten des benachbarten Garda-Sees.

In der kommenden Woche erscheint auch ein umfangreiches Buch zu dem Projekt. Es zeigt Entwürfe, Modelle und Skizzen und soll so neben der Vorstellungskraft auch den enormen Aufwand des Werks dokumentieren, wie der Taschen Verlag mitteilte.

Das neueste Projekt des 81 Jahre alten Verhüllungskünstlers war am vergangenen Samstag eröffnet worden. Bereits am ersten Tag waren 55000 Menschen auf die Stege geströmt. Das gesamte Wochenende über mussten Zug- und Fährverbindungen immer wieder unterbrochen werden. Insgesamt werden bis zum 3. Juli bis zu einer Million Besucher erwartet. Eine offizielle Zahl zur Halbzeit gab es zunächst nicht.

LN

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