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Architektin in der Männerwelt

London Architektin in der Männerwelt

. Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist völlig überraschend gestorben. Sie erlag in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt.

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Grandiose Formen: Das Heydar Aliyev Center in der aserbeidschanischen Hauptstadt Baku wurde von Zaha Hadid entworfen.

London. . Die irakisch-britische Stararchitektin Zaha Hadid ist völlig überraschend gestorben. Sie erlag in Miami (USA) im Alter von 65 Jahren einem Herzinfarkt. Dort war sie wegen einer Bronchitis behandelt worden. Zaha Hadid zählte zu den weltweit erfolgreichsten Architekten, wegen der fließenden Formen ihrer Gebäude wurde sie auch „Königin der Kurven“ genannt. 

Als Highlights ihres Schaffens gelten etwa das Olympische Schwimmstadion in London und das Nationalmuseum für Kunst des 21. Jahrhunderts in Rom. Bekannter ist — aus den Fernsehübertragungen der Vierschanzentournee — die exzentrische Bergiselschanze in Innsbruck. Auch in Deutschland setzte sie architektonische Akzente: Das Vitra-Feuerwehrhaus in Weil am Rhein war 1993 ihr erster spektakulärer Bau. Zuvor galten ihre dekonstruktivistischen Entwürfe zwar als ästhetisch aufregend, aber auch als unrealisierbar. Sie lehrte deshalb lange Zeit an Universitäten, auch an der Hochschule für bildende Künste Hamburg hatte sie eine Gastprofessur, bis 2015 war sie Professorin in Wien.

Das Zentralgebäude im Leipziger BMW-Werk brachte ihr den Deutschen Architekturpreis ein. Zurzeit baut ihr Büro in Hamburg eine 632 Meter lange Elbpromenade an den Landungsbrücken, die weit ausschwingende Treppenlandschaft ist Teil des Flutschutzprogramms der Stadt.

Zaha Hadid wuchs zunächst in Bagdad auf, doch ihre Familie verließ die Stadt nach der Machtübernahme von Saddam Hussein und dem Ausbruch des Krieges mit dem Iran.

Zunächst lebte sie in Jordanien, später ging sie zum Architekturstudium nach London, wo sie auch ihr Architektenbüro gründete. 2004 wurde sie als erste Frau mit dem Pritzker-Preis ausgezeichnet, der weltweit wichtigsten Auszeichnung für Architektur, 2009 erhielt sie den japanischen Praemium Imperiale. 

Noch vor kurzem entwarf sie gemeinsam mit dem  Bergsteiger  Reinhold Messner in Südtirol ein neues Bergmuseum. Das Museum „Corones“ in über 2700 Meter Höhe ist teilweise unterirdisch, Hadid ließ den Berg dazu streckenweise aushöhlen.

LN

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