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Kultur im Norden Auf Spurensuche in der Natur
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19:12 21.10.2016
Die Künstlerin zeigt ihren Druck „Rapsblüte“ . Hier hat sie Radierung und Holzschnitt kombiniert. Darüber hängt „Regentag“. Quelle: Dorothea Kurz-Kohnert

Lübeck. Disziplin, Geduld und Freude am Experimentieren – das braucht Edith Holtz-Raber nach eigener Beschreibung, um ihre Holzschnitte und Radierungen herzustellen. Die neuesten Arbeiten der Künstlerin zeigt die Galerie Artler in ihrer 14. Ausstellung.

Mit gut 30 Werken begibt sich Edith Holtz-Raber auf Spurensuche in der Natur. Ihre Motive: Baumrinden („Sie sind einfach spannend“) und Landschaften. Eindrücke vom heimatlichen Schleswig-Holstein und von einer Urlaubsreise in der Wüste Marokkos. „Kopflandschaften“ nennt sie diese. Denn sie arbeitet „in Epochen und am liebsten außer Haus“. Das heißt: Sie sammelt ihre Eindrücke, speichert sie in ihrem Gedächtnis und verarbeitet sie dann später.

Viele ihrer Werke sind in Workshops von prominenten Künstlern wie Otto Beckmann – er gilt als Meister der Radierung – auf dem Darß oder in der Stadt Norden in Ostfriesland entstanden. Die lebhafte und agile 75-Jährige bekennt: „Ich bin ein Kind der Küste!“ Die Nordsee und die Halligen haben es ihr besonders angetan, davon zeugen mehrere Farbholzschnitte. Ihrer Liebe zu SchleswigHolstein gibt sie in dem für das Land charakteristischen Phänomenen wie „Rapsblüte“ und „Regentag“ Ausdruck. „Rapsblüte“ ist ein Prägedruck, in dem die Künstlerin mit den verschiedenenTechniken spielt und Radierung und Holzschnitt kombiniert.

Edith Holtz-Raber kann nicht verleugnen, dass sie 40 Jahre lang Lehrerin war und als Kunstdozentin in Kiel gearbeitet hat: Sie vermag für die sehr aufwendigen Techniken ihrer Kunst zu begeistern, die viel handwerkliches Geschick erfordern und für den Künstler selbst immer ein mit Spannung verbundenes Wagnis sind. „Entweder es glückt oder misslingt. Das lässt sich nicht so einfach wiederholen“, sagt Edith Holtz-Raber.

Mit Engagement erläutert sie den Unterschied zwischen der Radierung („ein Tiefdruckverfahren, gedruckt wird auf dickes Papier“) und dem Holzschnitt, bei dem sie nach dem Prinzip der „verlorenen Platte“ vorgeht. „Durch immer weitere Schnitte am Holz erzeuge ich verschiedene Unikate“, beschreibt sie. Auch bei den Radierungen entstehen lediglich jeweils zwei bis drei Exemplare – es zählt das Experiment, nicht die Auflage, so die Künstlerin.

In der Ausstellung werden mehrere Beispiele zum Vergleich nebeneinander gezeigt. So kann der Betrachter die Arbeitsweise und die Veränderungen am Bild nachvollziehen. dku

Galerie Artler, Burgstraße 32, Donnerstag und Freitag 17-19 Uhr, Sonnabend 12-14 Uhr (bis 19. November).

LN

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