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Auf der Berlinale wird es jetzt ernst

Berlin Auf der Berlinale wird es jetzt ernst

Die Übergänge bei einer Berlinale sind hart. Eben noch treiben die Eröffnungsgäste auf dem roten Teppich Schabernack mit den Brüdern Coen und dem Ehepaar Clooney, ...

Berlin. Die Übergänge bei einer Berlinale sind hart. Eben noch treiben die Eröffnungsgäste auf dem roten Teppich Schabernack mit den Brüdern Coen und dem Ehepaar Clooney, am nächsten Tag schon meldet sich die Wirklichkeit zurück.

Ein Wettbewerbsfilm wie „Midnight Special“ von US-Regisseur Jeff Nichols wirkt nicht unbedingt beruhigend: Ein Vater ist mit seinem Sohn auf der Flucht. Die halbe Staatsmacht ist hinter den beiden her, ebenso eine religiöse Sekte, beheimatet auf einer ominösen „Ranch“, wo Predigten in nächtlicher Dunkelheit abgehalten werden. Die Paranoia regiert in den USA. Wir wussten‘s immer schon.

Mehr wissen wir über den achtjährigen Alton (Jaeden Lieberher), seinen Vater (Michael Shannon) und seine Mutter (Kirsten Dunst) zunächst nicht, und gerade diese Ungewissheit macht die anfängliche Stärke des Films aus. Allmählich aber wird klar, dass der Kleine mit seiner seltsamen Schutzbrille besondere Fähigkeiten hat. Er kann Militärcodes entschlüsseln und Satelliten zum Absturz bringen.

Außerdem vertieft er sich gerne in „Superman“-Comics.

„Hedi“ von Regisseur Mohamed Ben Attia ist dagegen ein kleiner, unauffälliger Film, bei dem die Kamera der Hauptfigur geradezu in den Kopf zu kriechen versucht. Er passt perfekt ins Beuteschema dieser Berlinale: „Das Recht auf Glück“ lautet deren Leitmotiv. Hedi ist ganz und gar von dieser Welt. Der junge Mann lebt in Tunesien. Wenig geht in dem nordafrikanischen Land voran. Autos kann der Autoverkäufer kaum verkaufen, in den Touristenhotels gähnt die Leere. Hedis Hochzeit in ein paar Tagen hat Mama aber schon geplant, die Braut hat sie auch gleich ausgesucht, so ist das üblich. Dann lernt Hedi Rim kennen, die als Animateurin für Urlauber tanzt und auf dem Absprung nach Montpellier ist. Plötzlich erwacht das Mamasöhnchen aus seiner Starre. Hedi will mit Rim in Europa einen Neuanfang wagen.

LN

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