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„Auf vielfältige Art Spuren sichern“, sagt Oliver Zybok

Lübeck „Auf vielfältige Art Spuren sichern“, sagt Oliver Zybok

Die Hamburger Kunsthalle hat nun kürzlich nach einer längeren Umbauphase wiedereröffnet.

Lübeck. D ie Hamburger Kunsthalle hat nun kürzlich nach einer längeren Umbauphase wiedereröffnet. Ich freue mich auf die große Manet-Ausstellung , die dort am Freitag unter dem Titel „Manet – Sehen. Der Blick der Moderne“ eröffnet wurde und bis September zu sehen ist. Édouard Manet war Wegbereiter der Moderne, und eine solch große Schau seiner Bilder ist wirklich einzigartig!

 

LN-Bild

Oliver Zybok ist seit dem 1. Januar 2015 Direktor der Overbeck-Gesellschaft. Der 44-jährige promovierte Kunsthistoriker war zuvor künstlerischer Leiter der Städtischen Galerie im nordrhein-westfälischen Remscheid.

Quelle: Wolfgang Maxwitat

Die Hamburger Kunsthalle und die Lübecker Museen haben bekanntlich eine Gemeinsamkeit: Einer der wichtigsten Museumspioniere des 20. Jahrhunderts, der Kunsthistoriker Carl Georg Heise, war bis 1933 als Direktor in Lübeck tätig, und von 1945 bis 1955 Leiter der hiesigen Institution in Hamburg. 1929 hatte er eine der ersten Ausstellungen für Fotografen, die damals ein Schattendasein im Bereich der Kunst führten, initiiert und eine große Sammlung von Fotografien für die Lübecker Museen zusammen getragen. Dieser Schatz wurde nun gehoben: Mit der Ausstellung „Fotografie in Lübeck 1840-1945“ zeigt das Museum Behnhaus seit Beginn dieses Monats ca. 450 historische Aufnahmen aus den Beständen der Lübecker Museen – eine Präsentation der Geschichte der Fotografie in Lübeck.

In der Overbeck-Gesellschaft legt die amerikanische Künstlerin Melissa Gordon parallel dar, wie Fotografie heute als Quellenmaterial eingesetzt wird, indem sie etwa ihr Atelier fotografisch dokumentiert. Die dabei entstehenden Motive der Arbeitsspuren finden dann fragmentarisch Eingang in ihre Malerei. Mit dieser Art der Spurensicherung hat Melissa Gordon eine zeitgenössische Form der Dokumentation gefunden. Ihre Arbeiten sind bis Ende Juni in der Ausstellung „Derivative Value“ bei uns in der Overbeck-Gesellschaft zu sehen.

A propos Dokumentation: Es gibt ja kaum noch jemanden, der heute ohne Smartphone unterwegs ist, ich natürlich auch nicht. Wie sehr wir uns mit allen in unseren Smartphones gesammelten Daten freiwillig einer umfassenden Überwachung ausliefern, macht der deutsche Soziologe Harald Welzer in seinem gerade erschienenen Buch „Die smarte Diktatur“ deutlich. Welzer, seit 2012 in Schleswig-Holstein an der Universität Flensburg beheimatet, ist einer der wichtigsten zeitgenössischen Denker, dem es nicht darum geht, die digitale Technik zu verteufeln. Aber er hinterfragt die Sicherheit unserer Daten und unseren überaus leichtsinnigen Umgang damit. Sehr lesenswert!

LN

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