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Aus Pink Floyds Gründerjahren

Lübeck Aus Pink Floyds Gründerjahren

Ab November gibt es eine Box mit 27 Musik- und Video-Discs – Teils unveröffentlichte Aufnahmen.

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David Gilmour (l.) ersetzte Syd Barrett: Pink Floyd 2005 (Live 8).

Lübeck. Lübeck. Es geht natürlich wieder jedes Maß verloren. Wenn Mitte November eine Musik- und Videobox von Pink Floyd erscheint, braucht man Platz im Regal. 27 Discs wird das Paket enthalten und mit 530 Euro teurer sein als zwei „Spiegel“-Jahresabonnements. Und eine große Ausstellung im Londoner Victoria and Albert Museum wird es im nächsten Jahr auch geben. Pink Floyd, im Grunde schon seit ungefähr drei Jahrzehnten tot, scheinen momentan ziemlich lebendig.

LN-Bild

Ab November gibt es eine Box mit 27 Musik- und Video-Discs – Teils unveröffentlichte Aufnahmen.

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Die Box ist das Ergebnis von Grabungen in der Frühzeit der Band. Sie umfasst die Jahre 1965 bis 1972, also vor der Veröffentlichung von „Dark Side of the Moon“. Sie waren noch keine Superstars damals. Sie hatten zwar schon eine Reihe von Alben veröffentlicht, darunter „Meddle“ mit Songs wie „Echoes“ und „One of these Days“, aber das war nicht vergleichbar mit den tektonischen Verschiebungen in der Rockwelt danach. Im Gegenteil, Pink Floyd rechneten in ihren Anfangsjahren zur Avantgarde. Sie waren die unruhigen Könige des Underground, die den Londoner Ufo-Club in ein Labor des Künftigen und Unerhörten verwandelten. Und diese Zeiten werden jetzt wieder ans Licht geholt.

Zehn CDs sind in dem Paket enthalten, neun DVDs, acht Blu Rays und fünf Singles. Es gibt mehr als zwanzig unveröffentlichte Songs wie „Vegetable Man“ und „In the Beechwoods“. Es gibt sieben Stunden unveröffentlichte Live-Aufnahmen, mehr als 15 Stunden Videos von Konzerten oder Interviews. Es wird also wieder eine Heerschau werden, wie man sie ab den späten Siebzigerjahren von der Band auf den Bühnen dieser Welt gewohnt war. Und es ist wohl vor allem eine Sache für Rock-Archäologen.

Pink Floyd in den Sechzigern, das war gerade auch Syd Barrett. Der Sohn eines Pathologen, eines der führenden britischen Experten in Sachen Kindersterblichkeit, hinterließ bei der Band seine Spuren.

Er gab ihr nicht nur den Namen, benannt nach den Bluesmusikern Pink Anderson und Floyd Council, er formte maßgeblich auch ihren Sound. Er war hoch begabt, ein Gitarrist und Songschreiber von seltenen Gnaden. Aber er war eben auch ein hoch begabter LSD-Konsument, der sich mit den Drogen in immer kompliziertere Umlaufbahnen katapultierte. Das wäre riskant gewesen für jeden mit einer gesunden Seelenarchitektur. Für Syd Barrett in seiner psychischen Verlorenheit aber war es verheerend.

Er schrieb versponnene Songs von Vogelscheuchen, Zwergen und von Arnold Layne, der Damenkleidung von Wäscheleinen stahl. Er ließ beim „Jugband Blues“ ein Sextett von der Heilarmee ins Studio kommen und sagte ihnen: „Spielt, was ihr wollt.“ Aber er schrieb auch Stücke wie „Astronomy Domine“, die direkt in den Psychedelic-Himmel führten. Das Problem war nur, dass er selbst immer seltener aus diesen Regionen zurückfand. Er vergaß Konzerte, er vergaß Texte, er stand auf der Bühne und wusste nicht, was er dort sollte. Eines Abends war die Band auf dem Weg zu einem Auftritt, und dann haben sie ihn einfach nicht mehr abgeholt. Im April 1968 kam die offizielle Erklärung, Syd Barrett habe die Band „verlassen“.

Zu der Zeit war sein Jugendfreud David Gilmour längst an seine Stelle getreten. Mit ihm, Roger Waters, Rick Wright und Nick Mason wurden Pink Floyd zu einer dieser gespenstich großen Erscheinungen in der Popwelt, die ein paar hundert Millionen Platten verkauften. Syd Barrett aber zog irgendwann zu seiner Mutter nach Cambridge, zermürbt von den Drogen und in den Trümmern seiner Psyche. Er war der verrückte Diamant, wie Roger Waters sang. Da war jemand in seinem Kopf, aber das war nicht er. Und als er 1975 bei Aufnahmen der Band in den Londoner Abbey Road Studios vorbeischaute, aufgedunsen, mit abrasierten Augenbrauen und wie ein Geist, da haben sie ihn anfangs nicht erkannt. Er starb vor zehn Jahren, in diesem Januar wäre er 70 geworden.

Aber man wird sich wieder erinnern an ihn, wenn im November die 27 Discs in die Läden kommen. Wobei, die größte Sammlung an Memorabilia ist auch das nicht. Bob Dylan ist mit einer 36er Box unterwegs, aber der spielt ja seit Kurzem auch in einer anderen Liga.

Box und Ausstellung

Am 11. November soll „Pink Floyd – The Early Years 1965 – 1972“ erscheinen. Die 27er-Box wird 530 Euro kosten, auf einer Doppel-CD wird es eine Auswahl geben. 2017 soll man auch einzelne Elemente kaufen können.

Am 13. Mai 2017 wird im Londoner Victoria and Albert Museum eine Ausstellung über die Band eröffnet: „The Pink Floyd Exhibition: Their Mortal Remains“. Sie läuft bis Oktober.

Peter Intelmann

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