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Aus einer Lübecker Sammlung in die Kunsthalle Rostock

Lübeck Aus einer Lübecker Sammlung in die Kunsthalle Rostock

Werke von Jürgen Weber gehörten einem verstorbenen Kunstfreund von der Trave.

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Die Geschwister Sabine und Thomas Jebsen übergeben Kunsthallen-Direktor Jörg-Uwe Neumann (r.) ihre Weber-Sammlung.

Quelle: Kunsthalle

Lübeck. Lübeck/Rostock Die Sammlung der Rostocker Kunsthalle ist wieder gewachsen. Die Geschwister Thomas und Sabine Jebsen haben dem Museum 358 Werke des Rostocker Malers Jürgen Weber (80) aus ihrer Privatsammlung überlassen. Die Arbeiten hatte der Vater von Sabine und Thomas Jebsen, sie ist Psychologin, er ist Vorstandsmitglied der DKB Bank in Berlin, über Jahre gesammelt.

Der Sammler Hans-Jürgen Jebsen war Richter in Lübeck und ist 2014 im Alter von 92 Jahren gestorben. Er hatte im Jahr 1989 eine Handzeichnung von Weber in Leipzig entdeckt und ihn nach der Wende kontaktiert. Jürgen Weber erinnert sich: „Wir waren über Jahre befreundet. Er war ein künstlerischer Mensch, hatte auch zahlreiche Arbeiten von Alfred Hrdlicka, Manfred Böttcher und Horst Janssen in seiner Sammlung.“ Jebsen habe sehr viel von ihm gekauft, einiges habe er dem Lübecker auch geschenkt, so Weber. Bei der Schenkung an die Rostocker Kunsthalle handelt es sich überwiegend um Druckgrafiken und Kohlezeichnungen, aber auch um Gouachen und Ölmalerei auf Papier. Jörg-Uwe Neumann, Direktor der Kunsthalle, freut sich über das Vertrauen der Geschwister: „Für die Entwicklung der Sammlung ist diese große Schenkung sehr wichtig. Das Werkkonvolut ergänzt die Sammlungsprofile.“ Bisher hatte die Rostocker Kunsthalle 57 Arbeiten Webers in der Sammlung.

Zahlenmäßig sei das die größte Schenkung an das Museum. Sie umfasst Arbeiten von 1978 bis 2010. Die Darstellung der menschlichen Figur ist ein Hauptthema von Jürgen Weber und spiegelt sich vor allem in den zahlreichen Porträts und Akten wider. „Die Kunsthalle Rostock begeistert mich seit vielen Jahren“, sagte Thomas Jebsen in München. „Deshalb haben wir uns auch für die Überlassung der Werke an die Kunsthalle Rostock entschieden.“

Zuletzt hatte die Rostocker Kunsthalle im Januar und Februar 2013 Arbeiten aus den Jahren 2000 bis 2012 von Weber gezeigt. Damals kamen mehr als 10000 Besucher.

Jürgen Weber wurde am 4. April 1936 im schlesischen Ohlau geboren. Als Kind lebte er im thüringischen Altenburg. Nach seinem Studium der Malerei und Grafik an der Dresdner Kunsthochschule kam Weber nach Wismar. Dort begann er mit Mal- und Zeichenstudien in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft (LPG).

Seit den 70er Jahren wendet sich Weber zunehmend der Malerei und dabei der Darstellung des menschlichen Körpers und dem Porträt zu. Seit 1978 arbeitet Weber in seinem Atelier in Rostock, später auch als Akt-Zeichenlehrer an der Rostocker Kunsthalle und der Kunstschule. Im Jahr 1999 beginnt der Maler auch an der figürlichen Plastik zu arbeiten. 2006 erhält Jürgen Weber den ersten Rostocker Kunstpreis in der Rostocker Kunsthalle.

Michael Meyer

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