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Kultur im Norden Kunst, so zerbrechlich wie die Vergangenheit
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00:02 12.01.2019
Haben sich zum Thema „Zerbrechliche Transparenz“ Gedanken gemacht: Keramikerin Uta Bettels, Textildesignerin Kirsten Kögel und Malerin Ursula Cravillon-Werner (v.l.). Quelle: Fotos: Lutz Roeßler
Lübeck

Es war einmal eine Glas-Werkstatt, die war so angesehen, dass sie sogar Fenster für den Kölner Dom lieferte und noch bis 1995 in der Mengstraße 31 Glaskunst produzierte. Transparentes Kunsthandwerk für Kirchen und historische Gebäude.

Und es war einmal eine Idee im Sommer 2018, die drei Dozentinnen der Kunstschule der Gemeinnützigen hatten: Malerin Ursula Cravillon-Werner, Textildesignerin Kirsten Kögel und Keramikerin Uta Bettels planten eine neue Ausstellung. Und zwar im Berkentinhaus.„Weil es so typisch lübsch ist“, sagt Cravillon-Werner. „Und weil wir uns in seine besondere Geschichte verliebt haben.“

Das Gebäude ist nicht nur baugeschichtlich interessant, sondern eben auch ein Stück Lübecker Handwerksgeschichte: Seit dem späten 17. Jahrhundert befand sich hier eine Glaserei, die ab 1870 durch Glasermeister Karl Martin Berkentin ihren besonders guten Ruf erlangte.

Kein Wunder, dass die drei Künstlerinnen diese historischen Räume so spannend finden, gibt es hier doch auch noch originale Architektur und Werkzeuge aus der knapp 400-jährigen Vergangenheit zu bestaunen. Von der Geschichte des Hauses ließen sich die Künstlerinnen inspirieren und nannten die Ausstellung „Zerbrechliche Transparenz".

„Der Titel ist zugleich unsere Arbeitsvorgabe gewesen“, erklärt Cravillon-Werner. „Wir haben diese Ausstellung speziell für das Berkentinhaus geplant. Zerbrechliche Transparenz ist eine Anspielung auf die jahrhundertelange Nutzung des Hauses, und jede von uns beschritt ihren ganz eigenen Weg in der Umsetzung des Themas.“ Die Malerin hat Fragiles wie menschliche Emotionen und Sehnsüchte in ihren Bildern thematisiert.

„Woran wir glauben“, heißt das Bild mit dem Schmetterling, daneben blicken wir auf einen „Sehnsuchtsort“ – beides gemalt von Ursula Cravillon-Werner. Quelle: Lutz Roeßler

Ähnlich hält es Kirsten Kögel, die ihre zarten wie auch verletzlich wirkenden seidenen Textilkunstwerke mit einer besonderen Sticktechnik angefertigt hat und sich in ihren Motiven vor allem der Natur und ihrer Vergänglichkeit widmet. Und zerbrechlich sind im wahrsten Sinne des Wortes auch die Arbeiten von Keramikerin Uta Bettels. Sie hat vor allem mit schwarzbrennendem Ton ein „nicht durchschaubares Durcheinander“ geschaffen.

Keramik von Uta Bettels im Berkentinhaus. Quelle: Lutz Roeßler

Zur heutigen Vernissage mit anschließender Livemusik hält Renate Menken, ehemalige Vorsitzende im Vorstand der Possehl-Stiftung, die Eröffnungsrede, anschließend führt Dr. Jenns Howoldt vom Museum für Kunst- und Kulturgeschichte Lübeck in die Ausstellung ein.

Vernissage heute 18.30 Uhr, geöffnet bis 28. Februar di-do 11-17 Uhr

Schabnam Tafazoli

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