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Avantgarde in Schiphorst

Schiphorst Avantgarde in Schiphorst

Drei Tage Musik, Performance und allerlei Drumherum im Lauenburgischen.

Schiphorst. Nach drei Jahren Pause meldet sich das Avantgarde-Festival in Schiphorst zurück. Drei Tage, vom 23. bis 25. Juni, wird es in dem kleinen Ort im Kreis Herzogtum Lauenburg Musik jenseits ausgetretener Pfade geben.

Gut drei Dutzend Bands und Solisten werden zu sehen sein, rund 100 Künstler aus Deutschland, Schweden, Großbritannien, Norwegen, den USA oder Japan. Die Bandbreite reicht von experimenteller Musik über Rock bis zu Jazz und Artverwandtem. „Schön viele verschiedene Sachen, nur der Mix macht’s interessant“, sagt Jeanne- Marie Varain, die das Festival mit ihren Freundinnen Ines und Julia als AGF Spirit kuratiert.

Übernommen haben sie es von Jeanne-Maries Vater Jean-Hervé Peron, der es 1996 mit seiner Frau Carina Varain ins Leben gerufen hat. Peron ist einer der Gründer von Faust und zählte mit der Band schon in den Siebzigerjahren zur Speerspitze der Rock-Avantgarde. Ort des Festivals ist denn auch der geräumige ehemalige Bauernhof, den die Familie in Schiphorst bewohnt und wo auf und neben den zwei Bühnen allerlei passiert. Außerdem gibt es das „Albertorium“, einen Raum, den der Nachbar Albert Steinkühler als kleinen Kino- und Theatersaal gebaut hat. Dort sollen bei freiem Eintritt Unplugged-Konzerte und eine Lesung stattfinden. Neben Kurzfilmen wird dort auch eine Dokumentation über den im vorigen Jahr verstorbenen US-Avantgardekünstler Tony Conrad zu sehen sein. Er war ein Freund Perons und hat früher auch mit Faust zusammengearbeitet. Die Produzenten haben das Festival angeschrieben und ihnen den Film zur Verfügung gestellt.

Zu den Bands auf den beiden Bühnen zählen Bobby Conn & Monica BouBou mit queerem Pop, es gibt Psychedelisches aus Schweden, Akustik-Experimente des früheren Guru-Guru-Gitarristen Dieter Bornschlegel und das Erste Internationale Eierschneider Orchester. Der Hamburger Elektroniker Asmus Tietchens zählt zu den Stammgästen des Festivals und wird ebenso zu hören sein wie Faust mit Jean-Hervé Peron und Zappi Diermaier. Außerdem ziehen Anima Töricht über das Gelände auf der Suche nach sich selbst, es gibt eine Schwitzhütte, Batik, einen Mitmach-Chor und am Sonntag zum Abschluss ein „Jam for Worldpeace“ am Dorfteich.

Die Tickets kosten 90 Euro, es gibt aber auch Tageskarten zu 25 und 40 Euro. Reich werden die Künstler beim Festival nicht, eher im Gegenteil. „Aber viele wollen nur Teil des Ganzen sein, das ist wohl die größte Motivation“, sagt Jeanne-Marie Varain. Sie hätten auch vielen Bands absagen müssen, wieder mal. Das Festival soll künftig alle zwei Jahre stattfinden, das ist der Plan. Ein Jahresrhythmus sei kaum zu schaffen, sonst hätten sie kurz nach dem Ende schon mit den neuen Planungen anfangen müssen. Und die Wetteraussichten fürs übernächste Wochenende? „Heiß, heiß, heiß, da lassen wir uns gar nicht reinreden.“ int

LN

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