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Avi Primor besucht Grass-Haus und Grass

Lübeck Avi Primor besucht Grass-Haus und Grass

Israels Ex-Botschafter hält zum israelkritischen Autor.

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Im Museum des Schrifstellers, der in Israel unerwünscht ist: Avi Primor (r.) mit Jörg-Philipp Thomsa im Grass-Haus.

Quelle: Foto: Margret Witzke

Lübeck. Die Diskussion über seinen ersten Roman „Süß und ehrenvoll“, der im Ersten Weltkrieg spielt, besuchten am Mittwoch 150 Menschen in der Lübecker Buchhandlung Hugendubel. Sie erlebten einen Autor Avi Primor, der hinreißend über sein Buch und seine Recherchen berichtete. Gestern besuchte der ehemalige Botschafter Israels und jetzige Leiter eines Universitätsinstitus in Herzlia, an dem israelische, palästinensische und jordanische Wissenschaftler tätig sind, das Günter-Grass-Haus.

Primor nahm sich viel Zeit für den Besuch. Mit Museumsleiter Jörg-Philipp Thomsa tauschte er sich über Leben und Werk von Günter Grass aus, dessen Bücher er fast alle gelesen habe, die meisten auf Hebräisch. Thomsa zeigte Primor ein Gedicht aus den „Fundsachen für Nichtleser“, in dem Grass über seine Verwundung am 20. April 1945 schreibt. „Primor war wie elektrisiert — er selbst hat in seinem Roman seine eigene Verwundung aus dem Jahr 1956 als Panzersoldat in der Suez-Krise versucht zu verarbeiten“, berichtete Thomsa.

Danach fuhr Primor zu Grass nach Behlendorf, Thomsa hatte ein Gespräch kurzfristig vermittelt. Der Besuch des Ex-Botschafters beim Literaturnobelpreisträger ist politisch pikant, denn Grass ist in Israel seit dem 8. April 2012 „persona non grata“. Kurz zuvor war sein israelkritisches Gedicht „Was gesagt werden muss“ erschienen. Primor kritisierte Grass damals, sagte aber auch öffentlich, der Schriftsteller sei keineswegs Antisemit.

LN

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