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Axl Rose und Angus: Hamburg feiert AC/DC

Hamburg Axl Rose und Angus: Hamburg feiert AC/DC

Im Tunnel von der Stellinger S-Bahn zum Shuttlebus spielt ein Mann Dudelsack in Verneigung vor den schottischen Wurzeln der Young-Brüder.

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DER MODERNE MANN

AC/DC-Interimssänger Axl Rose (l.) und Gitarrist Angus Young.

Hamburg. Im Tunnel von der Stellinger S-Bahn zum Shuttlebus spielt ein Mann Dudelsack in Verneigung vor den schottischen Wurzeln der Young-Brüder. An den Merchandisingständen draußen vor dem Volksparkstadion deckt man sich mit Fan T-Shirts ab 35 Euro aufwärts ein. Die Erwartung ist groß vor dem ersten deutschen Stadiongig der Hardrock-Heroen mit Ersatzsänger Axl Rose. Wie wird sich der Guns 'n Roses- Frontmann schlagen? Als AC/DC-Sänger Brian Johnson während der laufenden „Rock or Bust“-Welttour plötzlich ausscheiden musste, da er sein Gehör zu verlieren drohte, hatte sich Rose spontan angeboten, den Part des Shouters auf den ausstehenden Terminen der Tour zu übernehmen. Im fast ausverkauften Volkspark mit 46000 Gästen flackern Tausende roter Aufsetzhörner um die Wette.

Dann ist es endlich soweit: In einem Einspielfilm landen verschreckte Raumfahrer auf einem Planeten. Dämonen erwachen, ein glühendroter Lavabrocken mit AC/DC-Schriftzug rast auf die Erde zu, wohlbekannte Gitarrenriffs erklingen. Rauchwolken, Feuersalven und dann startet mit „Rock or Bust“ eine zweistündige Rockshow, die sich gewaschen hat.

Die wichtigste Nachricht: Axl Rose, der Rockgigant, der Ende der 90er jahrelang aus der Öffentlichkeit verschwand, ist richtig gut. er jault, wimmert und krächzt, als hätte es nie einen Bon Scott oder Brian Johnson gegeben. „It's good to see you Hamburg“, sagt Rose mit ungewohnt dunkler Sprechstimme und verweist bei „Back in Black“ auf die eigene Lieblingsfarbe. Angus Young aber, dieser mittlerweile 61-Jährige Derwisch in seiner roten Schuluniform aus Plüsch, hastet immer noch im berühmten Stechschritt über die Bühne, als hätten 42 Jahre Rock 'n Roll ihm nur wenig anhaben können.

„Shoot to thrill“, „Hell ain't a bad place to be“ oder das von Explosionsvideos begleitete „TNT“: Der Hardrockhimmel geht generationenübergreifend auf an diesem kühlen Donnerstagabend. Mid-Ager mit verwaschenen Shirts ergehen sich enthemmt in Luftgitarrensoli, fühlen sich einen Moment lang peinlich ertappt – und machen trotzdem weiter. Als der denkwürdige Abend mit „Highway to Hell“ und der traditionellen Abschiedshymne „For those about to rock“ unter Kanonenschüssen und Konfettiregen endet, ist auch der letzte Skeptiker überzeugt: Axl kann es und AC/DC wird es ewig geben.

A. Bösch

LN

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