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BAP — ganz politisch

Köln BAP — ganz politisch

Die Kölschrockband wird 40 Jahre alt — und bringt ein neues Album heraus.

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BAP-Urgestein Wolfgang Niedecken.

Quelle: Fotos: Dpa (4)

Köln. . „Verdamp lang her“ darf auf keiner 80er-Party fehlen — und auch die Kölschrocker selbst spielen den Hit immer noch gern. In diesem Jahr feiert die Band BAP ihren 40. Geburtstag — mit dem neuen Studioalbum „Lebenslänglich“, das am 15. Januar mit 14 neuen Songs herauskommt. Natürlich alle „op Kölsch“.

Wolfgang Niedecken, Sänger und Gründer von BAP, hat für das neue Album sehr viele politische Texte geschrieben. „Das Album ist zurzeit sowas von aktuell, dass ich mich selbst erschrecke“, sagte der 64-Jährige im Interview der Deutschen Presse-Agentur. Er habe sich mit Themen beschäftigt, die ihm durch den Kopf gegangen seien. „Das, was wir als Künstler zurzeit tun können, ist die Empathie weiter aufrechtzuerhalten. Wir können den Leuten dabei helfen, nicht zu verhärten“, erklärte Niedecken.

Der Album-Titel „Lebenslänglich“ bedeutet für Niedecken nicht Resignation, sondern eher Optimismus. „In dem Song ,Unendlichkeit‘ heißt es: Lebenslänglich sucht man Zuversicht. Das ist es! Wir suchen Zuversicht, oder wir verzweifeln.“ Sein zuversichtlichster Moment sei gewesen, als er 2011 nach seinem Schlaganfall aus der Narkose wach geworden sei. „Die Ärzte liefen mit Bedenkenträger-Miene herum. Meine Familie war verzweifelt — und ich konnte noch nicht reden, aber ich wusste: Alles wird gut.“

40 Jahre BAP — die Band hat sich verändert, Musiker sind ausgeschieden, neue hinzugekommen — doch auch das Publikum hat sich gewandelt. Früher, erzählt Niedecken, habe er Autogramme schreiben müssen, und die Fans hätten erzählt, wie sie zum ersten Mal mit BAP in Berührung gekommen seien. Das sei heute ganz anders. „Jetzt werden Selfies gemacht“, dabei könne man leider nicht reden. „Und dann gehen mir alle die schönen Geschichten flöten. Jammerschade.“

40 Jahre gibt es BAP — doch Niedecken ist noch längst nicht müde. „Wenn wir das 50-Jährige schaffen würden, wär ich wenigstens auf schöne Art beschäftigt. Ich fänd‘s super.“ Im März wird er 65.

LN

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